Wie das Babylonische wohl geklungen haben mag?

Babylon_Ruins_MarinesAls eine der wichtigsten Städte des Altertums, genauer gesagt zwischen 1800 vor und 100 nach Christus, galt Babylon, die ehemalige Hauptstadt Babyloniens. Inzwischen können nach ausgiebigen Grabungsarbeiten zahlreiche Ruinen der im heutigen Irak gelegenen Stadt, unter anderem der Löwe von Babylon, der aus einem Basaltblock gehauen wurde, bestaunt und besichtigt werden. Auch die Erneuerung des Babylonischen, dem wichtigsten Dialekt des Akkadischen, der im Süden Mesopotamiens gesprochen wurde, wird inzwischen von einigen Gelehrten forciert.

Zwischen 50 und 100 Menschen weltweit sollen die ausgestorbene Sprache sprechen können. Viele von ihnen sind Teil des Babylonian and Assyrian Poetry and Literature Project. Dieses widmet sich vor allem der Aussprache der babylonischen sowie der assyrischen Sprache. Auf der Webseite sind verschiedene Audiodateien hinterlegt, die einen Einblick in die babylonische Sprechweise geben sollen. Besonders auf das Metrum sowie die Phonologie wird großes Augenmerk gelegt. Für das Projekt kann auf verschiedene Schriften zurückgegriffen werden, denn zahlreiche babylonische Texte sind erhalten geblieben. Einige von ihnen sind über 5.000 Jahre alt.

Die Babylonier nutzen einen Griffel, um mit ihm ihre Schriftzeichen in weiche Tontafeln zu ritzen. Die Bandbreite der erhaltenen Tontafeln reicht von Gesetzestexten über Liebesepen hin zu Zauberformeln. Wichtige und unwichtige Details, so mag es den Anschein haben, wurden mithilfe der Keilschrift von den Babyloniern festgehalten. Im Laufe des 19. Jahrhunderts nahmen sich europäische Gelehrte der Entzifferung der Inschriften an. Der Prozess ist jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen. Von Jahr zu Jahr erzielt die Forschung neue Erkenntnisse bezüglich der babylonischen Sprache.