Welche entscheidende Rolle Suffixe im Türkischen spielen

Da das Türkische wie z. B. auch das Finnische und das Ungarische zu den agglutinierenden Sprachen gezählt wird, gilt es bei Übersetzungen immer darauf zu achten, ob einem Wort ein bestimmtes Suffix angehängt wurde, denn dieses nimmt in der Regel Einfluss auf die Bedeutung des Wortes. Mithilfe der Nachsilbe werden unter anderem Einzahl und Mehrzahl bestimmt, der Kasus (Fall) festgelegt oder aber auch teilweise der Sinn des Wortes verändert. Je länger das Wort demnach wird, umso mehr Inhalt kann aus ihm herausgelesen werden.

Im Türkischen wird zwischen hellen und dunklen Vokalen unterschieden. Demnach besitzt ein Wort entweder nur helle Vokale (e, i, ö, ü) oder nur dunkle Vokale (a, o, ɪ, u). Mit dem Anhängen des Suffixes verändert sich jedoch häufig auch die Aussprache des Wortes. Dieses muss aber mit dem Vokal, das in der Endsilbe des Grundwortes zu finden ist, übereinstimmen. Die Vokalharmonie wird beispielsweise durch die Suffixe -ken, -gil und -yor gestört.

Atatürk-Büste in Yehud, Israel

Türkisch ist Teil der Turksprachen und wird dem oghusischen Zweig zugerechnet, genauer gesagt dem West-Oghusischen. Als bedeutendster der zahlreichen Dialekte hat sich der Istanbuler Dialekt durchgesetzt, dessen Aussprache als allgemeine Hochsprache des Türkischen angesehen wird. Er war auch ausschlaggebend und federführend für die Verschriftung des türkischen Alphabets, als dieses 1928 von der persisch-arabischen Variante in die lateinische Form wechselte. Angetrieben hatte die Sprach- und Schriftreform in der Türkei Mustafa Kemal Atatürk (1881−1938), der am 29. Oktober 1923 die Republik ausgerufen hatte.