Was die etruskische Sprache mit einer Mumie zu tun hat

Wie wir wissen, sind nicht alle Sprachen erhalten geblieben. Vor allem zahlreiche Sprachen, die im Mittelmeerraum verbreitet waren, sind inzwischen ausgestorben. Zu ihnen zählen zum Beispiel das Ligurische, das Venetische sowie das Etruskische. Letztere ist fast ausschließlich durch Inschriften überliefert. Die etruskische Sprache wurde zwischen dem 9. Jahrhundert vor Christus und dem 1. Jahrhundert nach Christis von den Etruskern verwendet. Sie wurde in der antiken Landschaft Etrurien gesprochen, die in Mittelitalien zu finden war. Zur Landschaft Etrurien wurde der nördliche Teil des heutigen Latium, Teile Umbriens und sowie die Toskana gezählt.

Die Inschriften wurden nicht nur in Etrurien gefunden, sondern auch in Sardinien, Korsika sowie in Österreich, denn die Etrusker unterhielten mit zahlreichen anderen Völkern Handels- sowie diplomatische Beziehungen. Bis zum heutigen Zeitpunkt konnte nur ein Teil der Inschriften, die insbesondere auf Spiegeln, Grabwänden, Gewandfibeln, Särgen sowie Töpfen zu finden sind, übersetzt werden. Die etruskische Sprache wurde mithilfe des altitalienischen Alphabets wiedergegeben.

Eine der bekanntesten und zugleich längsten Inschriften sind die Zagreber Mumienbinden. Die Texte wurden im 1. Jahrhundert vor Christus mit schwarzer und roter Tinte auf Leinen geschrieben. Dieses wurden später in acht Streifen gerissen, mit denen eine ägyptische Mumie eingewickelt wurde, die sich heute im Nationalmuseum in Zagreb befindet. Drei der acht Leinenstreifen sind jedoch unauffindbar. Bei den Texten soll es sich um eine Art religiöser Kalender handelt. Auf diesem wurden die Zeremonien sowie Orts- und Zeitangaben festgehalten, die zu Ehren der Götter abgehalten werden sollten.