Was die baskische Sprache so einzigartig macht

Einen Sonderstatus innerhalb der europäischen Sprachen nimmt das Baskische ein, das von seinen rund 800.000 Sprechern als Euskara bezeichnet wird: Hierbei handelt es sich um eine isolierte Sprache. Dies bedeutet, dass das Baskische keine genetischen Verwandtschaftsverhältnisse mit einer anderen bekannten Sprache aufweist. Alle anderen Sprachen, die in Europa gesprochen werden, können in die vier vorherrschenden Sprachfamilien (semitische Sprache, indogermanische Sprachen, Turksprachen und uralische Sprachen) eingeordnet werden. Zugleich ist sie die einzige nichtindogermanische Sprache, die in Westeuropa verwendet wird.

Bevor Europa durch indogermanische Stämme bevölkert wurde, wurde es in linguistischer Hinsicht als Alteuropa bezeichnet. Im Zuge der Einwanderung der indogermanischen Stämme verbreiteten sich vermutlich die indoeuropäischen Sprachen. Das Baskische ist möglicherweise die einzige alteuropäische Sprache, die von der Einwanderung nicht betroffen war und vor dem Aussterben bewahrt werden konnte. Als Vorgänger des heutigen Baskischen wird die aquitanische Sprache angenommen, das in Südfrankreich verbreitet war und höchstwahrscheinlich im frühen Mittelalter ausgestorben ist. Diese ist fast ausschließlich in Form von Personen– und Götternamen erhalten geblieben.

Baskisch wird sowohl in Spanien als auch in Frankreich gesprochen. Seit dem Jahr 1978 ist die Sprache im spanischen Baskenland als regionale Amtssprache anerkannt. Zudem wurde der Plan aufgestellt, dass bis zum Jahr 2002 rund 70 % der Verwaltungsangestellten sowohl mündlich als auch schriftlich sich der baskischen Sprachen bemächtigen können. Hierfür wurden extra neue juristische, technische sowie verwaltungstechnische Begriffe ins Leben gerufen. In Frankreich gilt das Baskische als schützenwertes Kulturgut.