Vom Aussterben der deutschen Dialekte

Wie viele Bewohner andere Staaten kennen auch wir Deutschen verschiedene Dialekte. Mitunter fällt es uns schwer, die einzelnen Dialekte zu verstehen, besonders dann, wenn wir nicht aus der entsprechenden Region stammen. Ein Großteil der historischen Kernsprachen ist jedoch vom Aussterben bedroht. So äußerte zum Beispiel der Bayrische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) vor Kurzem die Angst, dass die Mundart demnächst von der Bildfläche verschwinden könnte. Als Gegenmaßnahme fordert der Verband, unterstützt vom „Förderverein Bairische Sprache und Dialekte“, dass der Dialekt vermehrt an Schulen unterrichtet werden müsse. Im Jahr 2009 hatte die UNESCO das Bayrische bereits in ihren „Weltatlas zu bedrohten Sprachen“ aufgenommen.

Vielen ist nicht bewusst, dass auch Hessisch, Ost- und Nordfriesisch, Sorbisch sowie Kölsch vom Aussterben bedroht sind. Es lassen sich zwar häufig noch zahlreiche Sprecher ausmachen − so können beispielsweise vermutlich noch rund 1 Million Menschen „Original-Kölsch“ sprechen −, doch die Zahl ist rückläufig. Dies gilt für fast alle Dialekte. In der UNESCO-Liste finden sich derzeit insgesamt 13 deutsche Regional-und Minderheitensprachen. Sorbisch sowie Friesisch weisen so wenige Sprecher auf, dass sie es inzwischen auf die UN-Charta für bedrohte Sprachen geschafft haben.

Durch die öffentliche Förderung der beiden Dialekte wird versucht, diese vor dem Aussterben zu bewahren. Nicht nur die UNESCO macht auf den Schwund der Dialekt aufmerksam, auch verschiedene Vereine, u. a. die „Akademie für die kölsche Sprache“, haben den Negativtrend erkannt. Mit verschiedenen Maßnahmen versuchen sie die einzelne Dialekte zu erhalten. Zugleich soll so verhindert werden, dass wichtiges Kulturgut verloren geht.