Vietnamesisch − ein Mix aus Ost und West

Denken wir an asiatische Länder wie China oder Japan, haben wir auch gleich kunstvolle Schriftzeichen im Kopf. Doch in Vietnam ist alles anders. Hier wird zur Verschriftlichung der vietnamesischen Sprache die Schrift Chữ Quốc Ngữ herangezogen, die auf dem lateinischen Alphabet basiert. Das Alphabet wurde um Zusatzzeichen erweitert, die für sechs verschiedene Töne stehen. Der aus Frankreich stammende Jesuit Alexandre de Rhodes hatte die vietnamesische Schrift im Jahre 1651 entwickelt. Es dauerte jedoch bis zum Jahre 1914, ehe Chữ Quốc Ngữ als offizielle Schrift Anwendung fand.

Da Vietnam jahrelang unter der Herrschaft Chinas stand, haben sich zahlreiche chinesische Wörter und Ausdrücke in den vietnamesischen Sprachenschatz eingeschlichen. Besonders der Bereich Kultur sowie gesellschaftspolitische Themen sind mit Wörtern aus dem Chinesischen, das langte Zeit Bildungs- und Amtssprache in Vietnam, war, durchzogen.

Die richtige Aussprache spielt beim Vietnamesischen eine wichtige Rolle. Wird ein Wort falsch betont, können schnell Missverständnisse entstehen, da die Wörter eine andere Bedeutung erhalten. Die insgesamt sechs Töne werden durch fünf diakritische Zeichen wiedergegeben. Es wird zwischen Normalton, fallender Ton, steigender Ton, steil fallender Tin, fallend steigender Ton und unterbrochen steigender Ton unterschieden. Während im Deutschen mit dem Höflichkeitspronom „Sie“ sowohl Männer als auch Frauen angesprochen werden, werden im Vietnamesischen die Geschlechter unterschieden. Zudem werden ältere Menschen anders angesprochen als gleichaltrige Personen.