Vielfach gesprochen und doch in der Welt unbedeutend: die japanische Sprache

Japanisch wird zwar von rund 127 Millionen Menschen gesprochen und rangiert auf Platz 9 der am häufigsten gesprochenen Sprachen, dennoch wird es nicht zu den führenden Weltsprachen gezählt. Denn im Gegensatz zum Englischen oder Deutschen sind es häufig nur Muttersprachler, die der japanischen Sprache mächtig sind. Die Zahl der Zweitsprachler ist dagegen schwindend gering. Der Ort, an dem Japanisch gesprochen wird, begrenzt sich demnach fast ausschließlich auf Japan. In einigen Gemeinden der USA und Brasilien sowie auf dem im Pazifischen Ozean gelegenen Inselstaat Palau ist sie ebenfalls zu hören.

Reist man durch Japan, wird man schnell feststellen, dass in dem Land verschiedene Dialekte gesprochen werden. Diese unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer Aussprache, sondern auch durch ihr Vokabular sowie zusätzliche Konsonanten und Vokale. Unsere Dolmetscher müssen also darauf achten, ob sie z. B. einen Sprecher des im Osten verbreiteten Tokio-Typs vor sich sitzen haben oder aber einen Sprecher des westlichen Kyoto-Osaka-Typs. Diese beiden Typen gelten als Hauptdialekte des Japanischen. Wie auch im Chinesischen kann es vorkommen, dass sich Japaner aus verschiedenen Landesteilen untereinander nur schwer verstehen.

Mit dem Chinesischen hat das Japanische noch eine weitere Gemeinsamkeit, die Schriftzeichen. Zahlreiche Lehnwörter wurden dem Chinesischen entnommen und an die hiesige Aussprache angepasst. Die in Japan verwendeten chinesischen Schriftzeichen werden als Kanji bezeichnet und unterscheiden sich teilweise in der Aussprache. Als Folge der einzelnen Schriftreformen in den beiden Ländern variiert mitunter auch die Schreibweise. In Japan finden zudem die Morenschriften Katakana und Hiragana Verwendung. Die Zeiteinheit einer Silbe wird in Moren gemessen. Die bekannte japanische Gedichtform, das Haiku, besteht in der Regel aus fünf, sieben und fünf Moren.