Utopie oder Zukunft: Sich mittels Esperanto weltweit verständigen

Haben Sie im Urlaub oder auf einer Dienstreise zufällig schon einmal jemanden Esperanto sprechen hören? Leider lässt sich die Sprache nicht auf ein bestimmtes Land reduzieren, in dem Sie das Glück haben könnten, auf einen Esperantosprecher zu treffen, denn bei Esperanto handelt es sich nicht um eine natürlich entstandene Sprache, sondern um eine Plansprache, die weltweit gesprochen wird. Der russische Philologe und Augenarzt Ludwik Lejzer Zamenhof (1859−1917) entwickelte die Grundlagen der Sprache, die auch heute noch Verwendung finden, und veröffentlichte diese im Jahr 1887. Er verfolgte das Ziel, mittels der gemeinsamen Sprache eine grenzübergreifende Verständigung zu ermöglichen.

Er legte zugleich viel Wert darauf, dass die Sprache leicht zu erlernen ist. Aus diesem Grund wird zum Beispiel der Wortstamm nicht verändert. Die Bildung des Plurals erfolgt bei Adjektiven, Pronomen und Substantiven durch das Anhängen des Buchstabens j. Damit sich das Esperanto leichter erlernen lässt, wird beim Deklinieren und Konjugieren von Substantiven und Verben immer nach dem gleichen Schema vorgegangen. Das Vokabular setzt sich aus Wörtern aus verschiedenen Sprachen, u. a. Latein, Deutsch, Englisch, Französisch sowie Russisch, zusammen. Esperanto wird in lateinischen Buchstaben festgehalten. Der erste Roman, der auf Esperanto verfasst wurde, kam 1907 auf den Markt.

Jährlich wird der Esperanto-Weltkongress abgehalten, der vom Esperanto-Weltbund, der seit 1908 Bestand hat, organisiert wird. Der Anwalt Alfred Michaux hatte den Weltkongress 1905 ins Leben gerufen. Dieses Jahr findet er vom 26. Juli bis zum 2. August in Buenos Aires statt. Seinen Sitz hat der Esperanto-Weltbund, der auch als Universala Esperanto-Asocio bekannt ist, in Rotterdam. Die Zahl der Esperantosprecher lässt sich nur schwer beziffern, die Mitglieder des Weltbunds stammen aus 120 Ländern.