Tuareg überrascht mit einer ungewöhnlichen Leseweise

Nicht immer gelingt es, eine Sprache in das lateinische Alphabet zu übertragen. So wird für die Verschriftlichung des Tuaregs weiterhin die als altertümlich geltende Tifinagh-Schrift verwendet. Zwar sollte das Tuareg, das vom gleichnamigen afrikanischen Berbervolk gesprochen wird, Anfang des 20. Jahrhunderts in die lateinische Schrift überführt werden, doch es blieb bei dem Versuch. Einzig im wissenschaftlichen Rahmen wird auf das lateinische Alphabet zurückgegriffen. Die Tifinagh-Schrift hat ihren Ursprung in der lybischen Schrift, die wiederum allem Anschein auf dem phönizischen Alphabet fußt. Sie soll dem Glauben nach von einem Helden mit dem Namen Amamellen oder Aniguran erfunden worden sein.

Die Tifinagh-Schrift verwendet geometrische Zeichen. Die genaue Anzahl dieser Zeichen ist jedoch nicht festgelegt, sondern unterscheidet sich von Region zu Region. Zwischen 21 und 27 verschiedene Zeichen sind üblich. Auch die Wortrichtung folgt keinen festen Strukturen. Sie kann frei gewählt werden. So werden Sätze auf Tuareg mal von links nach rechts aufgeschrieben, mal erfolgt die Wortrichtung von oben nach unten. Dies sind nicht die einzigen Besonderheiten. So sind zum Beispiel Vokale innerhalb der Tifinagh-Schrift, die ohne Worttrennungen auskommt, nicht vorgesehen.

Zusätzlich zu Tuareg, das im Niger sowie in Libyen, Algerien, Mali, Burkina Faso und Mauretanien lateinische Schriftüblich ist, werden von den Tuareg auch die Verkehrssprachen Französisch, Songhai, Hassania und Arabisch gesprochen. Die zur afro-asiatischen Sprachfamilie zählende Sprache wird in die Hauptdialekte nördliches Tuareg und südliche Tuareg unterteilt.