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So unterschiedlich kann die deutsche Sprache sein

© Ralf Pfeifer/wikipedia/cc-by-sa 3.0

Am Wochenende hat in Kopenhagen der Travestie-Künstler Tom Neuwirth alias Conchita Wurst mit dem Lied „Rise like Phoenix“ für Österreich den Eurovision Song Contest gewonnen. Hätte er in seiner Landessprache, wie es zwischen 1966 und 1972 sowie zwischen 1977 und 1998 üblich war, singen müssen, so wäre dies bekanntermaßen Deutsch gewesen. Doch das in seiner Heimat angewendete Deutsch unterscheidet sich vielfach von dem in der Bundesrepublik gesprochenem Deutsch. Die Varietät wird auch als Österreichisches Deutsch bezeichnet und wird in Österreich von rund 89 % der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen. Weiterlesen

Althochdeutsch − Die Sprache unserer Vorfahren

dat gafregin ih mit firahim /
firiuuizzo meista  ∙ dat ero ni /
uuas ∙ noh ufhimil ∙ noh paum /
noh perig noh uuas ∙ni […] noh heinig/
noh sunna ni scein ∙ noh mano/
ni liuhta ∙ noh der mareo seo

Was wie eine sinnlose Aneinanderreihung von Buchstaben oder wie ein Auszug aus einem lateinischen Text anmutet, ist der Beginn des Wessobrunner Gebets, eines der ältesten Zeugnisse des Althochdeutschen. Bei dem Gebet handelt es sich um das älteste christliche Gedicht der deutschsprachigen Literatur, das erhalten ist. Es wird in der Bayerischen Staatsbibliothek München aufbewahrt. Es ist Teil einer Pergament-Sammelhandschrift, die 814 erstellt wurde und dessen Inhalt in Latein niedergeschrieben wurde. Das Wessobrunner Gebet ist der einzige Text, der auf Althochdeutsch verfasst wurde. Er muss vor 814 entstanden sein. Der Verfasser sowie der Entstehungsort sind unbekannt. Weiterlesen