Suaheli – von Bäumen und Insekten

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Wenn sich so mancher von seinem Gegenüber nicht richtig verstanden fühlt, fällt häufig unbedacht der etwas flapsige Satz „Spreche ich Suaheli oder was?“. In der Tat ist Suaheli vor allem aufgrund der recht komplexen Grammatik nicht einfach zu vermitteln und zu verstehen. Suaheli, das auch unter den Namen Swahili und Kisuaheli bekannt ist, wird vor allem als Verkehrssprache in Ostafrika gesprochen. Die Bantusprache, die meist gesprochene ihrer Art, ist die Muttersprache der Swahiligesellschaft. Mehr als 80 Millionen Sprecher sind weltweit zu verzeichnen. Der Anteil der Muttersprachler fällt mit 5-10 Millionen Sprecher relativ gering aus.

Wer die ostafrikanische Sprache, die in Tansania Amtssprache sowie in Kenia zweite Amtssprache ist, erlernen möchte, muss sich auf ungewohnte Nominalklassen einstellen, die es im Deutschen so nicht gibt. Das Suaheli kennt zum Beispiel die Nominalklassen Insekten, Menschen sowie Bäume. Auch die Grammatik weist einige befremdliche Regeln auf: So werden beispielsweise längliche Gegenstände von einer bestimmten Grammatikstruktur abgedeckt. Das Zusammentreffen von afrikanischen Küstenbewohnern mit arabischen Seefahrern während der Entstehungsphase führte dazu, dass Suaheli seitdem von zahlreichen arabischen Vokabeln durchzogen ist.

Im Gegensatz zu anderen afrikanischen Sprachen war Suaheli bereits vor der Kolonialzeit auch als Schriftsprache bekannt. Eines der ältesten Schriftstücke stammt aus der Zeit um 1700. Bevor sich im 19. Jahrhundert das lateinische Alphabet durchsetzte, waren zuvor arabische Schriftzeichen für die Niederschrift verwendet worden. Einzig muslimische Suahelisprecher, die meist an der Küste leben, verwenden gelegentlich noch arabische Buchstaben.