Sprechen wir gelegentlich Arabisch?

Die arabische Sprache scheint so fern und ist doch so nah! In vielen Fällen ist uns häufig nicht bewusst, dass wir es mit einem ursprünglich arabischen Ausdruck zu tun haben. Das Wort Admiral stammt zum Beispiel vom arabischen al amir („Befehlshaber“), Gazelle von ghazala („wilde Ziege) und Karaffe von garaff („weitbauchige Flasche“). Nicht immer sind die Wörter als arabische Begriffe auszumachen, da sich ihre Stammform im Laufe der Jahrhunderte stark verändert hat. Dies änderte sich erst, als der Buchdruck erfunden wurde. Die in früherer Zeit sonst mündlich überlieferten Wörter konnten nun einer bestimmten Schreibweise zugeordnet werden. Zuvor waren diese nur dem Gehör nach aufgeschrieben und weitergeleitet worden. Ein Teil der arabischen Wörter entstammen wiederum dem Griechischen.

Häufig liegt der Fall vor, dass das Lehnwort nicht 1:1 aus dem arabischen Sprachgebrauch entlehnt wurde, sondern aufgrund von Städteeroberungen erst in andere Sprachen adaptiert wurde und anschließend nach Deutschland gelangte. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Wort Mokka. Im Arabischen heißt es Muchā und beschreibt eine Stadt im Jemen. Der Ausdruck gelangte über die französische oder englische Sprache in den deutschen Wortschatz. Der Begriff Tarif stammt vom arabischen ta’rifa ab und bedeutet ursprünglich Bekanntmachung, Preisliste. Bevor es vom Deutschen adaptiert wurde, durchlief er erst die französische und italienische Sprache.

Die arabische Sprache verbreitete sich vor allem im Mittelalter auf dem europäischen Kontinent, nachdem die Araber z. B. die Iberische Halbinsel erobert hatten. Bereits im 9. Jahrhundert war das Arabische nach Europa gelangt: Die italienische Insel Sizilien stand fast 250 Jahre unter muslimischer Herrschaft. Nicht nur auf die Sprache wurde so Einfluss genommen, sondern auch Kultur und Alltagsleben wurden nachhaltig geprägt.