So unterschiedlich kann die deutsche Sprache sein

© Ralf Pfeifer/wikipedia/cc-by-sa 3.0

Am Wochenende hat in Kopenhagen der Travestie-Künstler Tom Neuwirth alias Conchita Wurst mit dem Lied „Rise like Phoenix“ für Österreich den Eurovision Song Contest gewonnen. Hätte er in seiner Landessprache, wie es zwischen 1966 und 1972 sowie zwischen 1977 und 1998 üblich war, singen müssen, so wäre dies bekanntermaßen Deutsch gewesen. Doch das in seiner Heimat angewendete Deutsch unterscheidet sich vielfach von dem in der Bundesrepublik gesprochenem Deutsch. Die Varietät wird auch als Österreichisches Deutsch bezeichnet und wird in Österreich von rund 89 % der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen.

Die in Österreich ansässigen Schulen und Behörden richten sich nicht nach unseren Rechtschreibregeln, sondern seit 1951 nach denen des Österreichischen Wörterbuchs, das vom Österreichischen Bundesverlag herausgegeben wird. In diesem sind auch Wörter, die den einzelnen Mundarten sowie der Umgangssprache entstammen, verzeichnet. Die Unterschiede des Österreichischen Deutschen zum Hochdeutschen sind leicht auszumachen. Die Österreicher sprechen oder betonen zum Beispiel einzelne Wörter anders oder verwenden einen andere Pluralform. Auch werden einige Substantive mit für uns ungewohnten Artikeln kombiniert.

In Österreich sind sogenannte Austriazismen, die für das Österreichische Deutsch charakteristisch sind, weit verbreitet. Jedoch werden sie immer mehr von Begriffen vertrieben, die von der Bundesrepublik übernommen werden. Typische Austriazismen sind zum Beispiel Jänner für Januar, Fisolen für grüne Bohnen oder Kren für Meerrettich. Innerhalb Österreichs werden verschiedenen Dialekte gesprochen, die zu der Gruppe des Oberdeutschen gezählt werden, und die die Verständigung untereinander – ähnlich wie in Deutschland − erschweren.