Nichts kann der litauischen Sprache anhaben

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Sprecheranzahl von rund 3,2 Millionen über die Grenzen Litauens stark verbreitet. So leben zum Beispiel in Irland vermutlich inzwischen 120.000 Litauer. Auch im nördlichen Teil Ostpreußens, das zeitweilig als Kleinlitauen bekannt war, wurde bis 1945 Litauisch gesprochen. In Polen gehört die zur Familie der indogermanischen Sprachen zählende Sprache zu den anerkannten Minderheitensprachen. Sie ist zugleich die älteste indoeuropäische Sprache, die heute noch verwendet wird. Die Wörter werden so gesprochen, wie sie auch geschrieben werden.

Große Ähnlichkeiten weist die Sprache mit dem Lettischen auf. Es lassen sich aber auch zum indischen Zweig der indoeuropäischen Sprachen Parallelen ausmachen. Vor allem im Bereich der Grammatik weist die litauische Sprache mit dem indischen Sanskrit viele Gemeinsamkeiten auf. Litauisch musste sich mehrfach gegen andere Sprachen behaupten. Zunächst drohte die Sprache ins Polnische aufzugehen, als Litauen 1569 durch die Realunion von Lublin seine Eigenständigkeit verlor. Doch das Litauische hatte weiterhin Bestand.

Auch die russische Herrschaft, die 1795 begann, konnte der Sprache letztendlich nichts anhaben, Und das, obwohl litauische Druckerzeugnisse zeitweilig verboten waren. Für den Erhalt der Sprache sorgten im 19. Jahrhundert vor allem sogenannte Bücherträger. Diese schafften Bücher, die im Ausland in litauischer Sprache gedruckt worden waren, ins Land und verbreiteten sie dort auf verschiedenen Wegen. Im Geheimen entstanden auf diese Weise mehrere litauische Schulen, die die Sprache weiterhin lehrten und verbreiteten.