Monegassisch – Die Sprache der Fürsten

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Spätestens als Fürst Rainier (1926−2005) im Jahr 1956 die US-amerikanische Schauspielerin Grace Kelly (1929−1982), später Fürstin Gracia Patricia von Monaco, heiratete, rückte das Leben der einzelnen Mitglieder der Grimaldifamilie in den Fokus verschiedener Boulevardblätter und Nachrichtenmagazine. Die Einwohner des Stadtstaates, der von Frankreich umschlossen ist, tauschen sich über die neusten Gerüchte nicht nur in der Amtssprache Französisch, sondern auch in der weniger bekannten Sprache Monegassisch aus. Hierbei handelt es sich um einen romanischen Dialekt, der Teil der ligurischen Sprache ist. Diese wird vorwiegend in der italienischen Küstenregion Ligurien und an der Côte d’Azur gesprochen.

Das Monegassische wird jedoch nur noch von wenigen Menschen in Monaco gesprochen, denn die Monegassen stellen nur einen geringen Teil der Bevölkerung. Zudem wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mitunter bestraft, Monegassisch in der Schule zu sprechen. Zeitweise war die Sprache sogar vom Aussterben bedroht, besonders kritisch war es in den 1970er-Jahren. Als erfolgreiche Gegenmaßnahme wurde beschlossen, Monegassisch als Lehrsprache an den Schulen einzuführen. Sie muss einmal pro Woche eine Stunde gelehrt werden. In der Oberstufe kann sie als Wahlfach belegt werden.

Inzwischen scheint die Sprache gerettet zu sein. In der Altstadt von Monaco sind häufig Straßenschilder zu finden, die eine französische und monegassische Beschriftung aufweisen. In Monaco sprechen rund 2.000 Menschen aktiv Monegassisch. Von den Einheimischen wird die Sprache munegascu genannt.