Grönländisch: Mit einem Wort alles gesagt

Es hat lange gedauert, bis Grönländisch, die Sprache der Inuit, als Landessprache offiziell eingeführt wurde. Dies geschah erst im Jahr 2009. Doch das ist nicht das einzig Besondere an der grönländischen Sprache: Mitunter kann ein vollständiger Satz aus nur einem Wort bestehen. Solch eine ungewöhnliche Konstruktion ist es deshalb möglich, da das Grönländische Teil des eskimoischen Sprachstammes ist. In diesem Fall wird das Wort durch einen Stamm gebildet. Es werden ein oder auch gleich mehrere Anhänge sowie eine Endung verwendet. Aus diesem Grund besteht die Möglichkeit, dass das Wort relativ lang werden kann, inhaltlich aber einen kompletten Satz wiedergibt.

In Grönland werden vier verschiedene Dialekte unterschieden: Thule-Dialekt, Ostgrönländisch, Südgrönländisch sowie Westgrönländisch. Als Ultima Thule wird der nördlichste Landpunkt der Welt bezeichnet. Der wichtigste Dialekt ist Westgrönländisch, denn dieser spiegelt den aktuellen Sprachgebrauch wider. Westgrönländisch ist die offizielle Sprache, die an Schulen gelehrt wird. Generell ist Grönländisch das wichtigste Verständigungsmittel im Land, denn in kleineren Orten wird von einigen Einwohnern kein Englisch oder Dänisch, die beide in Grönland weit verbreitet sind und die von den Kindern erlernt werden, gesprochen.

Einige Wörter haben Ähnlichkeit mit englischen Ausdrücken. Es wird vermutet, dass es sich hierbei um Lehnwörter handelt, die während des Aufenthaltes der Amerikaner während des Zweiten Weltkrieges übernommen wurden. Häufig wird jedoch auf ein Lehnwort verzichtet, stattdessen wird nach entsprechenden Beschreibungen gesucht. Das grönländische Wort für Computer, qarasaasiaq, bedeutet auf Deutsch so viel wie „künstliches Gehirn“.