Maltesisch und seine Sonderstellung in der Welt

Trotz der Nähe zu Italien gilt im Zwergenstaat Malta nicht die italienische Sprache, die bis zum Jahr 1934 Gerichts- und Verwaltungssprache war und die noch heute von vielen Einwohnern beherrscht wird, als Amtssprache, sondern Englisch. Dies liegt daran, dass der südeuropäische Inselstaat bis zum 21. September 1964 britische Kolonie war. Die Malteser haben sich trotz der vorherrschenden Sprache der Kolonialmacht, die von einem Großteil der Bevölkerung gesprochen wird, über all die Jahre ihre eigene Sprache bewahrt. Das Maltesisch ist heute ebenfalls Amtssprache.

Seinen Ursprung hat das Maltesisch im Arabischen, genauer gesagt in einem arabischen Dialekt. Der Wortschatz enthält zudem Anleihen aus dem Italienischen, Englischen, Spanischen und Französischen. Maltesisch wir zu den semitischen Sprachen (u.a. Arabisch und Hebräisch) gezählt, die vor allem im Nahen Osten, am Horn von Afrika sowie in Nordafrika gesprochen werden. Zwar unterscheidet sich die Sprache besonders im Bereich Syntax sowie Phonologie vom Arabischen, dennoch ist die Formenbildung dieselbe.

Innerhalb der Sprachfamilie nimmt das Maltesisch eine Sonderstellung ein, denn es wird als einzige semitische Sprache mit lateinischen Schriftzeichen geschrieben, die um einige Sonderzeichen ergänzt wurden. Auch die Wortbildung stellt etwas ganz Besonderes dar, denn es werden häufig identische Wortwurzeln verwendet. Die meist drei oder vier Konsonanten werden durch vor- oder nachgestellte Vokale ergänzt. Auf diese Weise werden auch Verben konjugiert. Diese Vorgehensweise kommt ebenfalls bei der Verwendung von Lehnwörtern aus dem Englischen zum Tragen.