Hausa − die Sprache des Handels

Afrika und nicht wie vielleicht vermutet Asien stellt den sprachenreichsten Kontinent der Welt. Zwischen 1500 und 2000 verschiedene Sprachen sind bisher bekannt. In Nigeria sollen zum Beispiel rund 510 unterschiedliche Sprachen gesprochen werden, in Kamerun sind es immerhin noch 279 Sprachen. Ein Großteil der afrikanischen Einwohner spricht gleich mehrere Sprachen. In vielen afrikanischen Ländern hat Mehrsprachigkeit eine lange Tradition. Doch die Sprachenvielfalt nimmt Jahr für Jahr ab. In den vergangenen 100 Jahren sind etwa 100 namentlich bekannte Sprachen ausgestorben. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 90 Prozent der aktuell verwendeten Sprachen vom Aussterben bedroht sind und sie nach dem Ende des 21. Jahrhunderts der Vergangenheit angehören.

Zu den wichtigsten Verkehrssprachen in Westafrika, besonders im Süden Nigers, in Ghana sowie in Nordnigeria, zählt Hausa. Die Sprecherzahl, Zweit- und Drittsprecher miteingerechnet, liegt zwischen 40 und 50 Millionen. Vor allem die Volksgruppe Hausa, die seit Jahrhunderten als Händlervolk bekannt ist, bedient sich der Sprache und hat diese verbreitet. Hausa wird zu den tschadischen Sprachen gezählt, die wiederrum Teil der afroasiatischen Sprachfamilie sind.

Hausa ist die einzige Sprache, die in Nigeria und Niger neben der offiziellen Amtssprache an Grundschulen unterrichtet wird. Die Tonsprache Hausa wird sowohl in arabischen Schriftzeichen als auch durch das lateinische Alphabet, das durch vier Lautsymbole ergänzt wird, wiedergegeben. Die arabischen Schriftzeichen werden jedoch nicht so häufig wie die lateinische Buchstaben benutzt. Durch die Änderung des Tonverlaufs in einer Silbe oder der Tonhöhe kann sich der Sinn eines Wortes verändern.