Hat die Maori-Sprache eine Zukunft?

Letzte Woche haben wir bereits gelernt, dass rund 98 Prozent der Bevölkerung Neuseelands Neuseeländisches Englisch sprechen. Trotz des hohen Prozentsatzes ist sie nicht die einzige Sprache, die auf dem Inselstaat gesprochen wird. Ein geringer Teil der Bewohner unterhält sich auf Te Reo Maori, kurz Maori. Es ist die Sprache der Ureinwohner des Landes. Die Zahl der Sprecher nimmt von Jahr zu Jahr kontinuierlich zu, nachdem sie 1987 zur offiziellen Amtssprache erhoben wurde. Zuvor drohte die Sprache immer mehr in Vergessenheit zu geraten. Inzwischen können Schülerinnen und Schüler von privaten und öffentlichen Schulen Maori als Wahlfach belegen. Zudem werden regelmäßig Maori-Wochen und ähnliche Aktionen, die auf die Sprache aufmerksam machen, abgehalten.

Rund Dreiviertel der Maori-Sprecher sind maorischer Abstammung. Dies heißt jedoch wiederrum nicht, dass jeder Maori die Sprache auch beherrscht. Im Jahr 2006 waren es nur noch rund 23 Prozent, die des Maori mächtig waren. Viele von ihnen verstehen zwar die Sprache, können sie aber nicht selbst anwenden. Es gibt immer weniger Muttersprachler, die Tendenz geht in Richtung Zweitsprachler. Aufgrund dieser Tatsache wird Maori zu den bedrohten Sprachen gezählt. Sie wird immer mehr vom Englischen verdrängt. Dies liegt u. a. daran, dass es für viele moderne Errungenschaften keine Begriffe in der Maori-Sprache gibt und diese häufig aus dem Englischen entlehnt werden.

Die Maori-Sprache kennt kein s und kein d. Während im Deutschen zum Beispiel bei den Wörtern Wasser oder Wanne zwei Konsonanten aufeinanderfolgen, ist dies in der Maori-Sprache ausgeschlossen. In der Vergangenheit war das Maori eine rein mündliche Sprache, seit der Besiedlung der Europäer wird sie in lateinischer Schrift festgehalten.