Gotländisch wehrt sich erfolgreich

Zahlreiche Dialekte auf der Welt sind vom Aussterben bedroht, da die Standardsprachen des Landes häufig dominieren und den Dialekt verdrängen. Nicht anders ergeht es Gotländisch, das auf der schwedischen Insel Gotland gesprochen wird. Gotländisch ist ein Überbegriff für verschiedene, eng miteinander verwandte Dialekte. Er wird sowohl für die traditionelle Mundart als auch die regionale Standardsprache verwendet. Oft wird auch die Bezeichnung Gutamål genutzt. Hiervon grenzt sich das Altgutnische ab, das auf der Insel während der Zeit der Wikinger gesprochen wurde. Das Altgutnische findet sich in Runenschriften, die zwischen 900 und dem 16. Jahrhundert entstanden sind. Bei der „Gutasaga“ handelt es sich um die bekannteste Aufzeichnung dieser Art.

Gotländisch weist zahlreiche Diphthonge und Triphthonge auf. Wörter mit drei Vokalen hintereinander sind also keine Seltenheit. Hierin unterscheidet sich die Sprache auch teilweise vom Standardschwedischen, denn während im Schwedischen die urnordischen Diphthonge ai und au zu ē, ȫ zusammengefasst wurden, sind sie im Gotländischen erhalten geblieben. Doch auch neue Diphthonge, die nicht auf das Urnordische zurückzuführen sind, haben sich im Gotländischen entwickelt. Hierzu zählen zum Beispiel öi und äu. Auch hinsichtlich der Aussprache verschiedener Konsonanten unterscheidet sich das Gotländische vom Standardschwedischen.

Wie es so oft bei bedrohten Sprachen und Dialekten der Fall ist, versuchen auch auf Gotland viele Menschen das Gotländische durch unterschiedliche Maßnahmen vorm Aussterben zu bewahren. So wird unter anderem seit 1989 die Radiosendung Gutamål ausgestrahlt. Gutamålsgillet hingegen widmet sich der literarischen Seite des Gotländischen. Es werden beispielsweise Werke verschiedener gotländischer Autoren gesammelt, die in ihrer Heimatsprache schreiben. In der Vergangenheit wurde zudem ein schwedisch-gotländisches Wörterbuch zusammengestellt.