Georgische Wörter = Kleine Zungenbrecher

Im Vergleich zu anderen Sprachen tanzt das Georgische, das zu den südkaukasischen Sprachen gezählt wird, ziemlich aus der Reihe – zumindest was den Bereich Lautlehre angeht. Das Alphabet, das 33 Buchstaben umfasst und das unter dem Namen Mchedruli bekannt ist, besteht phonologisch betrachtet nicht nur aus Vokalen und Konsonanten, sondern weißt auch Ejektive auf. Hierbei handelt sich um Konsonanten, die gebildet werden, indem oberhalb der Glottis (Stimmritze) ein Verschluss gebildet wird. Parallel wird der Kehlkopf rasch nach oben bewegt, während die Glottis geschlossen bleibt. Auf diese Weise entsteht ein Überdruck, der den Verschluss aufsprengt.

Zudem ist es keine Seltenheit, dass in der georgischen Sprache Wörter mit mehreren aufeinanderfolgenden Konsonanten gebildet werden. Während im Deutschen meist nur drei Konsonanten aufeinanderfolgen (z. B. Spr oder cht), können es in der georgischen Sprache bis zu acht Konsonanten sein. Im Gegensatz zu Tonsprachen wie Thai spielt hier die Betonung nur eine untergeordnete Rolle. In der Regel fällt die Betonung im Georgischen meist sehr schwach aus. Auch werden durch eine unterschiedliche Aussprache oder Betonung eines Wortes keine verschiedenen Inhalte/Bedeutungen zum Ausdruck gebracht.

Die georgische Sprache, die rund 4 Millionen Sprecher aufweist, kennt kein grammatisches Geschlecht. Auch werden Substantive ohne bestimmten oder unbestimmten Artikel gebildet. Die georgische Sprache kennt insgesamt sieben Fälle. Neben Nominativ, Dativ und Genetiv zählen die für uns ungebräuchlichen Fälle Adverbial Vokativ, Instrumental und Ergativ ebenfalls zum Standard.