Frohe Weihnachten!

Mit Blick auf morgen möchten wir uns diesem besonderen Tag linguistisch nähern. Die genaue Herkunft des Wortes Weihnachten ist nicht zweifelsfrei geklärt, da mehrere Theorien bestehen. Als einer der ältesten Belege für das Wort gilt die Textstelle „Minnesangs Frühling VII. IV; 1.1.-4“, die vom bayerischen Minnesänger Herger im Jahr 1190 verfasst wurde. Dort heißt es in der zweiten Zeile: „der ze wîhen naht geborn wart.“ 1838 begannen die Gebrüder Grimm mit der Erstellung des „Deutschen Wörterbuchs“. Das aufwendige Werk, das der deutschen Sprache auf den Grund geht, wurde erst 1961 fertiggestellt. Auch hier wird die Formulierung wîhe naht als ursprüngliche Bezeichnung angegeben, die damals als Übertragung des lateinischen Begriffes nox sancta (dt. heilige, geweihte Nacht) verstanden wurde.

Andere Forscher gehen jedoch davon aus, dass die Formulierung Weihnachten heidnischen Ursprungs sein könnte. So vermutete Sebastian Franck 1538 in seiner „Germaniae chronicon“, dass die Begriffe Ostern, Fastnacht und Weihnachten von den Heiden übernommen wurden. In diesem Zusammenhang entstand auch die These, dass mit dem Wort Weihnachten auf die Raunächte, die zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar stattfinden, Bezug genommen wurde. In dieser Zeit wurden bzw. werden teilweise immer noch zahlreiche Rituale durchgeführt, um die Menschen vor den Dämonen der Finsternis zu schützen.

Das gesamte linguaviva-Team wünscht Ihnen eine wunderschöne Weihnachtszeit mit Ihrer Familie. Mögen Sie besinnliche Tage mit Ihren Liebsten verbringen und Ihre Seele baumeln lassen. Nutzen Sie die Feiertage, um sich vom Alltagsstress ein wenig zu erholen und neue Energie für das kommende Jahr zu tanken.