Filipino, die Sprache der Masse

Vor dem kalten und tristen Regenwetter in Deutschland flüchten sich derzeit viele in sonnigere Gefilde. Die Philippinen stehen hoch im Kurs. Um sich mit den Einheimischen verständigen zu können, sollten Sie ein wenig Filipino beherrschen, das als Amts- und Nationalsprache des weltweit fünftgrößten Inselstaates gilt. Es hat sich aus der Sprache Tagalog entwickelt. Tagalog war am 13. November 1937 vom Surian ng Wikang Pambansa, dem Institut für die Nationalsprache, zur Nationalsprache erhoben worden. Doch es kam zu Unstimmigkeiten, zahlreiche Einwohner bevorzugten andere Regionalsprachen. So entstand die Sprache Filipino, die 1961 Nationalsprache wurde.

Die grammatikalischen Regeln stimmen mit denen des Tagalogs überein, der Wortschatz hingegen variiert, da aus den einzelnen Regionalsprachen Wörter aufgenommen wurden. Filipino wird heute standardmäßig an öffentlichen Schulen unterrichtet. Zugleich ist es Verkehrssprache der insgesamt 7107 Inseln. Es wird in lateinischen Buchstaben mit spanischen Lautwerten geschrieben. Das philippinische Alphabet, das auch als Abakada bezeichnet wird, umfasst 19 Buchstaben sowie den Digraphen Ng. Der Buchstabe Ñ sowie der Digraph Ll, die ebenfalls Teil des Alphabets sind, finden heutzutage keine Verwendung mehr. Zugleich sind noch acht weitere Sonderzeichen sowie inoffizielle Zeichen bekannt. Das Abakada geht auf den Politiker und Anwalt Lope K. Santos zurück.

Filipino, Tagalog sowie Englisch, die zweite Amtssprache des Inselstaates, sind nicht die einzigen Sprachen, die auf den Philippinen Verwendung finden. Insgesamt werden dort mehr als 171 Sprachen gesprochen. Doch nur rund zehn Sprachen gelten als Hauptsprachen. Weit verbreitetet Sprachen sind u. a. Ilokano, Waray-Waray, Cebuano sowie Hiligaynon.