Fast in Vergessenheit geraten – wie das Gälische eine Renaissance erlebte

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Vereinzelt gibt es sie noch in Irland, Menschen, die Gälisch sprechen. Inzwischen sind es sogar nicht nur ältere Bürger, die des Gälischen mächtig sind. Auch jüngere Einwohner bemühen sich, das Erbe ihrer Kultur wieder aufleben zu lassen. Besonders in den Regionen, die sich im Westen und Osten Irlands befinden wie z. B. Cork und Kerry, wird das Gälische auch heute noch hochgehalten und dem Englischen vorgezogen. Gaeltacht heißen diese Orte, in denen Gälisch die führende Sprache ist. Englisch ist hier häufig zur Zweitsprache verkommen.

Jahrelang war das Gälische von den Iren ein wenig vernachlässigt worden. Erst vor gut zehn Jahren besannen sich die Iren ihres Nationalstolzes. In diesem Zusammenhang gewann die Sprache wieder an Beliebtheit. Inzwischen reisen in den Ferien sogar vermehrt Schülerinnen und Schüler in die Gaeltacht-Gebiete, um dort die hiesige Sprache zu lernen. Auch gälische Schulen, die als Gaelscoileanna bezeichnet werden, werden inzwischen häufiger besucht und besser angenommen. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass der Lehrplan im Jahr 2011 einer Reform unterzogen wurde. Diese sieht vor, dass das Erlernen der gälischen Sprache, die anstelle von Englisch zur Unterrichtssprache erhoben wurde, mehr gefördert werden soll.

Nicht nur Gälisch-Gesellschaften sind im Zuge der Neuentdeckung der irischen Tradition in den letzten Jahren entstanden, auch einige Radiosender senden ausschließlich auf Gälisch. In Buchhandlungen sind zudem hin und wieder Werke zu finden, die in der Sprache der Iren verfasst wurden. Mithilfe der Jugendzeitschrift „Nós“ können Wissbegierige die Sprache lernen. Ein gälisches Facebook gibt es inzwischen auch: Abair Leat.