Färöisch im Kampf mit Dänisch

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Der gut ausgeprägten Literaturlandschaft hat das Färöische es zu verdanken, dass es nicht von der zweiten Amtssprache, dem Dänischen, verschluckt wurde, obwohl es lange Zeit danach aussah. Die Färöer, die aus insgesamt 18 Inseln bestehen, gelten als parlamentarische Monarchie mit Selbstverwaltung, also als gleichberechtigte Nation innerhalb des dänischen Königreichs. Die Inselbewohner sehen sich größtenteils nicht als Dänen und versuchen aus diesem Grund ihre eigene Sprache zu erhalten.

Lange Zeit war nicht klar, welche Bedeutung dem Färöischen innerhalb des Inselstaates zukommen sollte. Anfang des 20. Jahrhunderts war die dänische Sprache in allen wichtigen Bereichen, u. a. Kirche, Justiz, Verwaltung und Schule, federführend. Das Volk setzte im Alltag dennoch vermehrt auf die färöische Sprache. Schließlich stand den Einwohnern seit Mitte des 19. Jahrhunderts dank des Pfarrers und Philologen Venceslaus Ulricus Hammershaimb (1819−1809) eine eigene Schriftsprache zur Verfügung. Es bestand Uneinigkeit darüber, ob Färöisch Dänisch als Bildungssprache ablösen sollte und ob es als Unterrichtssprache herhalten sollte. Per Abstimmung wurde 1936 die färöische Sprache dem Dänischen gleichgestellt. Drei Jahre Später wurde es als Kirschensprache zugelassen.

Der Beginn der eigenständigen Färöischen Literatur geht mit der Verschriftlichung verschiedener färöischer Balladen im 19. Jahrhundert, die mehrheitlich im Mittelalter entstanden sind und die bisher nur mündlich weitergegeben wurden, einher. Als einer der Ersten schrieb der Gelehrte Jens Christian Svabo (1746­1824) einen Teil der Balladen, die Teil des traditionellen färöischen Kettentanzes sind, nieder. Seitdem hat die Färöische Literatur immer mehr an Bedeutung gewonnen. Inzwischen werden pro Jahr mehr Bücher verlegt als es Einwohner gibt. Die Sprecherzahl der färöischen Sprache wird auf rund 44.000 Menschen geschätzt, die Zahl der Muttersprachler soll weitaus höher sein.