Die unbekannte Welt der Klicklautsprachen

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Können Sie sich noch an den Kinofilm „Die Götter müssen verrückt sein“ (1980) erinnern, in dem Stammesoberhaupt Xi in der Kalahari-Wüste eine ihm unbekannte Coca-Cola-Flasche vor die Füße fällt? Dann ist Ihnen sicherlich auch noch diese ungewöhnliche Sprache in Erinnerung geblieben, die der Stamm spricht. Sie ist Teil der sogenannten Khoisansprachen, die vor allem in Tansania, Angola, Botswana, Namibia und Südafrika gesprochen werden. Diese zeichnen sich durch die für einen Großteil der Weltbevölkerung ungewöhnlichen Klicklaute oder auch Schnalzlaute aus.

Die Khoisansprachen werden von verschiedenen Völkern gesprochen. Zu ihnen gehören unter anderem die Völker Nama (Südafrika/Namibia), Sandawe (Tansania), San (südliches Afrika), Hadza (Tansania) sowie Damara (Namibia). Forscher gehen davon aus, dass rund 150.000 Menschen dieser Sprachgruppe angehören. Es steht die Vermutung im Raum, dass die Khoisansprachen ein Überbleibsel der Ursprache der Menschheit sein sollen. Beweise, die die Behauptung sprachwissenschaftlich stützten, gibt es dafür aber nicht.

Mehrere Sprachfamilien werden den Khoisansprachen für gewöhnlich untergeordnet. Da wären zum Beispiel die isolierte Hadza-Sprache, die Sandawe-Sprache, das Khoe-Kwadi mit zahlreichen Untergruppen, zudem Tuu sowie Ju-ǂHõã. Einige Untergruppensprachen werden nur noch von einigen wenigen Personen gesprochen. Angeblich sollen nur noch acht Menschen des Nǁng, mächtig sein. Ebenfalls sehr bekannt ist neben den Sprachfamilien, die den Khoisansprachen zuzuordnen sind, auch die Sprache Xhosa des gleichnamigen Stammes. Er ist besonders im Süden Afrikas anzutreffen. Ein Großteil des Stammes wohnt in der Provinz Ostkap.

Hier eine kleine Hörprobe des Xhosa mit seinen Klicklauten: http://www.youtube.com/watch?v=q5c2EYPEs6o