Die Maa-Sprache setzt auf ungewöhnliche Betonungen

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Viele von Ihnen haben sicherlich das Buch „Die weiße Massai“ von Corinne Hofmann (*1960) gelesen. In diesem erzählt die Schweizerin von ihrem zeitweiligen Leben an der Seite eines Samburukriegers. Dass das Volk Samburu wie auch die Volksgruppe Massai in Kenia leben, ist den meisten Menschen dank des erfolgreichen Lebensberichts bekannt. In welcher Sprache sie sich unterhalten, ist jedoch nur wenigen Personen im Gedächtnis geblieben. Beide Volksgruppen nutzen die Sprache Maa als Verständigungsmittel. Maa wird nicht nur in Kenia, sondern auch in Tansania gesprochen. Es wird zu den Nilo-saharanischen Sprachen gezählt.

Maa wird in einen nördlichen sowie einen südlichen Dialekt aufgespalten. Der nördliche Dialekt wird den Samburu und den Chamus zugeschrieben, der südliche Dialekt hingegen wird von den Massai gesprochen. Auch viele kleinere Volksgruppen, zum Beispiel die El Molo oder die Rendille, sind der Maa-Sprache mächtig. Einige von ihnen haben ihre eigene Sprache vernachlässigt und verwenden heutzutage nur noch das Maa. Auffällig ist, dass die Sprecher häufig ihre Zungenwurzel hervorschieben und den Kehlkopf herabsenken, um die neun verschiedenen Vokale besonders zu betonen. Durch die Vergrößerung des Rachenraumes können die Maa-Sprecher ganz nach Belieben mit der Klangqualität spielen.

Generell spielt die Betonung bei den Maa-Sprechern eine wichtige Rolle: Sie bedienen sich eines Hoch- sowie eines Tieftons. Teilweise entsteht ein zusätzlicher fallender Ton, der sich aus dem Zusammenspiel des Hoch- und Tieftons ergibt. Anhand der Tonhöhe lässt sich im Maa unterscheiden, welcher Kasus gemeint ist und welche Bedeutung das einzelne Wort hat.