Der schwere Stand der hawaiianischen Sprache

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Während Englisch die am weitesten verbreitete Sprache ist und sich Hochchinesisch als meistgesprochene Sprache der Welt großer Beliebtheit erfreut, ist die hawaiianische Sprache vom Aussterben bedroht. Auf den einzelnen Hawaii-Inseln wird die Sprache der polynesischen Ureinwohner seit Jahren vom Englischen verdrängt. Um die Sprache zu erhalten, wurden unter anderem hawaiianischsprachige Schulen errichtet und die hawaiianische Sprache im Jahr 1978 zur Amtssprache erhoben. Vor allem auf der Insel Ni’ihau, auf der weniger als 200 Menschen leben wird die hawaiianische Sprache gepflegt. Die Insel befindet sich in Privatbesitz und ist daher für Touristen kaum zugänglich. Ni’ihau darf nur mit einer speziellen Genehmigung betreten werden. Die Besitzer sind bestrebt, die traditionelle hawaiianische Lebensweise, inklusive der Sprache, zu erhalten.

Nicht ein Polynesier, sondern ein Deutscher stellte die ersten Grammatikregeln über die Sprache zusammen. Der Dichter und Naturforscher Adalbert von Chamisso (1781−1838) veröffentlichte am 12. Januar 1837 den Bericht „Über die Hawaiische Sprache“. Zwischen 1815 und 1818 hatte er an einer Expedition teilgenommen, die u. a. Polynesien und Hawaii genauer erforschte.

Vor dem 19. Jahrhundert war die die hawaiianische Sprache nur als gesprochene, nicht aber als Schriftsprache bekannt. Erst im 19. Jahrhundert wurde das Alphabet eingeführt, das aus 12 Buchstaben, die in lateinischer Schrift geschrieben werden, sowie dem ʻOkina besteht. Dieses kopfstehende Hochkomma wird verwendet, um Namen und Begriffe, die durch die unterschiedliche Aussprache eine andere Bedeutung erhalten, zu unterscheiden. Die hawaiianische Sprache weist weltweit eines der kürzesten Alphabete auf.Das Kahakō, der Querstrich über einem Vokal, zeigt an, dass der Vokal lang gesprochen wird. Meist wird auch die entsprechende Silbe betont.