Das wundersame Französisch der Québécois

Wie auch Englisch wird Französisch in mehreren Ländern gesprochen. Neben Frankreich sind dies zum Beispiel Belgien, die Schweiz, Luxemburg, Monaco und Kanada. Auch in vielen, auf dem afrikanischen Kontinent beheimateten Ländern wie dem Senegal, Togo oder der Elfenbeinküste wurde Französisch zur Amtssprache erhoben. Dies ist ein Überbleibsel der französischen Kolonialzeit. Heute möchten wir uns jedoch ein wenig genauer dem im kanadischen Québec gesprochenem Französisch widmen.

Die Einwohner der flächenmäßig größten Provinz Kanadas bezeichnen sich selbst auf Französisch als Québécois. Sie sind seit 2006 als eigenständige Nation in einem vereinten Kanada anerkannt. Der Anteil der Französisch sprechenden Bevölkerung ist deutlich größer als der Anteil der Englisch sprechenden Bevölkerung. Dies stellt auf dem nordamerikanischen Festland eine Besonderheit dar. Innerhalb Kanadas nimmt Québec ebenfalls eine Sonderstellung ein, denn sie ist die einzige Provinz, die nur Französisch als Amtssprache führt. In allen anderen Provinzen ist Englisch gleichfalls Amtssprache.

Wie unterscheidet sich nun das Französisch der Québécois von dem der Franzosen? Das in der Provinz Québec gesprochene Französisch geht auf alte normannische und bretonische Dialekte zurück, die mit den Einwanderern ins Land kamen. Es klingt rauer, ja fast schon altertümlich, und hat wenig mit dem modernen Französisch gemeinsam. Auch einige Wörter werden anders verwendet. Während die Franzosen „voiture“ zu Auto sagen, verwenden die Québécois den Begriff „char“; einkaufen ist nicht „faire des courses“, sondern „magasiner“. Auch einige Wörter aus dem Englischen haben sich in das Vokabular der Québécois eingeschlichen: Das Trinkgeld heißt nicht „pourboire“, sondern schlichtweg „tip“. Diese Unterschiede zum europäischen Standard machen sich besonders in der Umgangssprache bemerkbar.