Das Geheimnis der polnischen Namen

Die polnische Sprache hält so einige Besonderheiten bereit. Haben Sie sich nicht auch schon einmal gefragt, warum manche Eheleute einen unterschiedlichen Namen tragen? Dies hängt damit zusammen, dass die Adjektivendungen von bestimmten Herkunftsnamen, die inhaltlich auf einen Ort, einen Stand oder eine Sippe verweisen, mit Hinblick auf das Geschlecht des Namensträgers verändert werden. Darunter fallen die Suffixe -ski, -cki oder -dzki. Generell deuten diese Suffixe also an, dass von einer männlichen Person die Rede ist. Weibliche Personennamen enden hingegen immer auf einem a. So wird zum Beispiel aus der Ehefrau von Herrn Jaworski folglich Frau Jaworska.

Ähnlich verhält es sich mit polnischen Vornamen. In der Regel enden die meisten Frauennamen ebenfalls auf dem Vokal a (z. B. Irena oder Anna), Männernamen dagegen auf einem Konsonanten (z. B. Denis, Tomasz). Häufig wird innerhalb der polnischen Sprache auch nur die Verkleinerungsform der Namen verwendet (Agnieszka = Aga) Früher war es zudem gebräuchlich unverheirateten Frauen die Endung -ówna oder -anka anzuhängen. Die Unterscheidungen verheiratet/unverheiratet und Mann/Frau nimmt in Polen immer mehr ab. Inzwischen setzt sich häufig ein einheitlicher Familienname durch.

Übrigens wird auch in Russland der Nachname in ähnlicher Form festgelegt. Bestes Beispiel hierfür sind wohl Michael Gorbatschow und seine Ehefrau Raisa Gorbatschowa. In beiden Ländern ist es demnach nichts Außergewöhnliches, wenn Ehefrauen einen abweichenden Familiennamen tragen. Auch der Nachwuchs erhält nicht automatisch den Namen des Vaters oder der Mutter, sondern auch hier ist das Geschlecht ausschlaggebend.