Kategorie-Archiv: osteuropäische Sprachen

osteuropäische Sprachen (z. B. Polnisch, Russisch)

Weißrussisch kämpft seit Jahren gegen die Unterdrückung

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Dass Sprachen ein Ausdruck von Freiheit und Unabhängigkeit sein können, beweist das Weißrussische, das teilweise auch als Belarussisch bezeichnet wird. Lange Zeit, vor allem unter der Herrschaft Stalins sowie während der Zugehörigkeit zur Sowjetunion, wurde die Sprache unterdrückt. Auch heute noch wird das Weißrussische − obwohl es rund 300.000 Muttersprachler aufweist − hauptsächlich von Intellektuellen verwendet. Vor allem Schriftsteller, Musiker, Künstler, aber auch Wissenschaftler, die teilweise dem linken Spektrum zuzuordnen sind, bedienen sich der Sprache, um ihren Untergang zu verhindern. Der Großteil der weißrussischen Bevölkerung spricht Russisch, ein Teil von ihnen eine Mischsprache aus Russisch und Weißrussisch. Weiterlesen

Bosnisch bangt um seine Eigenständigkeit

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Aufgrund ihrer Ähnlichkeit in puncto Grammatik, Wortschatz und Rechtschreibung sind die slawischen Sprachen Bosnisch, Serbisch und Kroatisch für Außenstehende nur schwer voneinander zu unterscheiden. Alle drei Sprachen fußen auf einem štokavischen Dialekt. Dank der sprachlichen Gemeinsamkeiten sind die zahlreichen bosnischen Muttersprachler – ihre Zahl wird auf rund 2,5 Millionen Menschen geschätzt − in der Lage, Serbisch und Kroatisch ohne große Probleme zu verstehen. Doch die große Ähnlichkeit der Sprachen untereinander führt oft dazu, dass die bosnische Sprache von einigen Wissenschaftlern nicht als eigenständige Sprache, sondern als eine nationale Varietät der serbokroatischen Sprache angesehen wird. Dieser Umstand führt oft auch zu politischen Diskussionen. Weiterlesen

Die albanische Sprache entwickelt sich stetig weiter

Ein Großteil der in Europa gesprochenen Sprachen lässt sich den germanischen, slawischen oder romanischen Sprachen zuordnen. Die albanische Sprache, die in Albanien sowie im Kosovo Amtssprache ist, stellt hingegen eine Ausnahme dar. Sie wird innerhalb der indoeuropäischen Sprachenfamilie als selbstständige Sprache geführt. Dies hat sie mit dem Griechischen gemeinsam. Das Albanische geht wohlmöglich auf die Sprache der Illyrer zurück. Da es von den einzelnen Stämmen, die in der Zeit der Antike auf der nordwestlichen und westlichen Balkaninsel sowie an der Adriaküste beheimatet waren, keine Schriftstücke erhalten sind, kann dies nicht zweifelsfrei belegt werden. Weiterlesen

Haben Sie eine Idee, womit sich die Bohemistik befasst?

Die Bohemistik untersucht die tschechische Literatur sowie Sprache, die früher auch als böhmische Sprache bezeichnet wurde. Diese ist Teil der indogermanischen Sprachfamilie. Tschechisch wird nicht nur in Tschechien, sondern auch in Österreich, der Slowakei sowie in Rumänien gesprochen. Die Zahl der Muttersprachler beläuft sich auf rund 12 Millionen Menschen. Bei den ältesten erhaltenen Schriftstücken, die auf Alttschechisch verfasst wurden, handelt es sich hauptsächlich um religiöse Lieder und Glossen. Sie stammen überwiegend aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Weiterlesen

Wie die mazedonische Sprache eigenständig wurde

800px-Vardarriver-skopjeDas Mazedonische hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. In Bulgarien zum Beispiel wurden die einzelnen Dialekte aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit dem Bulgarischen lange Zeit als bulgarische und nicht als mazedonische Dialekte klassifiziert. Zahlreiche Bulgaren setzen heute immer noch das Bulgarische − die mazedonischen Dialekte miteingerechnet − mit dem Ostsüdslawischen gleich. Im Rahmen der Linguistik werden die mazedonische Sprache sowie das Bulgarische jedoch als jeweils eigenständige Sprachen gelistet. Sie werden der östlichen Gruppe der südslawischen Sprachen zugeordnet. Heute sprechen rund 2 Millionen Menschen Mazedonisch als Muttersprache, ein Großteil der Muttersprachler lebt in Mazedonien. Weiterlesen

Haben Roma eine gemeinsame Sprache?

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Obwohl die Roma über zahlreiche Länder verstreut sind – ein Großteil der europäischen Roma lebt in Rumänien und Bulgarien −, können sie eine gemeinsame Sprache aufweisen: Romani. Diese wird auch von den Sinti gesprochen. Sie unterscheidet sich jedoch von Region zu Region. In einigen Teilen Mazedoniens sowie im Kosovo ist Romani offizielle Amtssprache, in Deutschland, Österreich, Schweden, Finnland, Norwegen, Slowenien, Ungarn und Rumänien ist es eine anerkannte Minderheitensprache. Weiterlesen

In Ungarn sind Runen wieder aktuell

So langsam beginnt wieder die Reisezeit, die Sommerferien rücken näher. Viele zieht es zu den Budapester Bädern, die bereits von den Römern aufgesucht wurden. Damit Sie mit den Einheimischen in Kontakt treten können, sollten Sie unbedingt die ungarische Sprache beherrschen, denn diese ist die einzige Amtssprache im Land. Dies wurde auf der Nationalversammlung, die zwischen 1843 und 1844 abgehalten wurde, offiziell festgelegt. Weiterlesen

In der EU noch recht neu: Kroatisch

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Eine der noch recht jungen Amtssprachen der Europäischen Union ist das Kroatische. Als bisher letzte Amtssprache wurde es am 1. Juli 2013 durch den Beitritt Kroatiens zur EU in den Kreis der insgesamt 24 offiziellen Amts- und Arbeitssprachen aufgenommen. So haben nun auch Kroaten wie alle anderen EU-Bürger das Recht, sich in ihrer Mutterssprache, aber auch in einer der 23 anderen Amtssprachen an die Organe der EU zu wenden. Sie können darauf bestehen, in der gewählten Sprache eine Antwort zu erhalten. Weiterlesen

Im ständigen Wettstreit: Ukrainisch und Russisch

Bereits seit Monaten protestieren Tausende Menschen in der Ukraine, angeführt vom Profiboxer Vitali Klitschko (*1971), gegen die Staatsführung rund um den Präsidenten Wiktor Janukowytsch (*1950) und fordern unter anderem dessen Rücktritt. Doch in welcher Sprache finden eigentlich diese Proteste statt? Die Schriftzeichen, die auf den Plakaten auftauchen, können recht schnell mit russischen Sätzen verwechselt werden, denn die ukrainische Sprache bedient sich ebenfalls des kyrillischen Alphabets. In früheren Zeiten wurde das Ukrainische auch als Kleinrussisch bezeichnet. Doch sie ist eine eigenständige Sprache, die dem slawischen Zweig zugeordnet wird. Weiterlesen

Neu auf dem Lehrplan: Bulgarisch

Seit dem 01. Januar 2014 dürfen Bulgaren neben Rumänen uneingeschränkt auf dem deutschen Arbeitsmarkt tätig werden. Grund genug, um die Sprache unser möglichen neuen Arbeitskollegen ein wenig unter die Lupe zu nehmen. Bulgarisch wird zu den südslawischen Sprachen gezählt und ist eng verwandt mit dem Serbischen und Kroatischen. Wie im Russischen werden kyrillische Schriftzeichen verwendet. Bei den insgesamt 30 verschiedenen Schriftzeichen handelt es sich um die bulgarische Variante der kyrillischen Schrift. Vor der Rechtschreibreform im Jahr 1945 wies das Alphabet zwei weitere Buchstaben auf, die inzwischen jedoch endgültig abgeschafft wurden. Bulgarisch ist eine der ältesten slawischen Sprachen, die schriftlich dokumentiert ist. Weiterlesen

Die kyrillische Schrift und ihre Geschichte

Jede Sprache stellt ihre ganz eigenen Ansprüche an unsere Übersetzer. Eine Mehrheit der slawischen Sprachen, wie z. B. das Bulgarische, das Russische oder auch das Mongolische, setzt ausreichende Kenntnisse der kyrillischen Schrift voraus. Die Buchstabenschrift wurde nach dem griechischen Missionar Kyrill, der unter dem Namen Konstantinos geboren wurde und der im 9. Jahrhundert im slawischen Raum wirkte, benannt. Er ist der Erfinder der Glagolitischen Schrift, die als älteste slawische Schrift bekannt ist und dem Kyrillischen vorrausgeht.

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Das Geheimnis der polnischen Namen

Die polnische Sprache hält so einige Besonderheiten bereit. Haben Sie sich nicht auch schon einmal gefragt, warum manche Eheleute einen unterschiedlichen Namen tragen? Dies hängt damit zusammen, dass die Adjektivendungen von bestimmten Herkunftsnamen, die inhaltlich auf einen Ort, einen Stand oder eine Sippe verweisen, mit Hinblick auf das Geschlecht des Namensträgers verändert werden. Darunter fallen die Suffixe -ski, -cki oder -dzki. Generell deuten diese Suffixe also an, dass von einer männlichen Person die Rede ist. Weibliche Personennamen enden hingegen immer auf einem a. So wird zum Beispiel aus der Ehefrau von Herrn Jaworski folglich Frau Jaworska. Weiterlesen