Kategorie-Archiv: alte Sprachen

alte Sprachen (z. B. Latein, Altgriechisch, Mittelhochdeutsch, Althochdeutsch)

Wie das Babylonische wohl geklungen haben mag?

Babylon_Ruins_MarinesAls eine der wichtigsten Städte des Altertums, genauer gesagt zwischen 1800 vor und 100 nach Christus, galt Babylon, die ehemalige Hauptstadt Babyloniens. Inzwischen können nach ausgiebigen Grabungsarbeiten zahlreiche Ruinen der im heutigen Irak gelegenen Stadt, unter anderem der Löwe von Babylon, der aus einem Basaltblock gehauen wurde, bestaunt und besichtigt werden. Auch die Erneuerung des Babylonischen, dem wichtigsten Dialekt des Akkadischen, der im Süden Mesopotamiens gesprochen wurde, wird inzwischen von einigen Gelehrten forciert. Weiterlesen

Bo: Welche Folgen Modernisierungen haben können

Während die Sprache Manx, die auf der Insel Isle of Man verwendet wird, nach dem Tod des Fischers Ned Maddrell (um 1877−1974) wiederbelebt werden konnte, scheint es für die Sprache Bo aktuell keine Rettung zu geben. Die früher einzig auf den indischen Andamanen-Inseln verbreitete Sprache gilt seit dem Tod der letzten Sprecherin, Boa Sr, im Jahr 2010 inzwischen als ausgesprochen. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte die Bo-Sprache auf eine rund 65.000-jährige Tradition zurückblicken. Sie war bis zum Tod von Boa Sr die Ausdrucksform eine der ältesten Kulturen überhaupt. Weiterlesen

Erfolgreiche Wiederbelebung der Sprache Manx

Wie ein kleiner Star oder ein Exot muss sich der Fischer Ned Maddrell (um 1877−1974) seinerzeit teilweise vorgekommen sein, denn er war bis zu seinem Tod im Jahr 1974 die letzte Person, die seit ihrer Kindheit der Sprache Manx mächtig war. Manx wurde ursprünglich auf der Insel Isle of Man gesprochen, bevor Englisch allgegenwärtig wurde. Doch Manx ist glücklicherweise nicht verloren gegangen. Inzwischen wird es nach erfolgreichen Wiederbelebungsversuchen an einigen Schulen unterrichtet. Dank einiger Hörproben von Maddrell konnte die Aussprache der einzelnen Wörter für die Nachwelt bewahrt werden. Ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung verfügt aktuell über geringe Kenntnisse hinsichtlich der Sprache. Weiterlesen

Tasmanien muss ohne eigene Sprache auskommen

Heutzutage wird in Tasmanien Englisch gesprochen. Doch dies war nicht immer so. Früher waren hier verschiedene tasmanische Sprachen zu hören. Es sollen rund zehn unterschiedliche Sprachen gewesen sein. Nur wenige Aufzeichnungen geben Aufschluss über die jeweiligen Sprache. Oft sind nur Wortlisten vorhanden, der Nachweis der Sprachen ist lückenhaft. Aus diesem Grund können kaum treffende Aussagen über die tasmanischen Sprachen sowie die Grammatikregeln gemacht werden. Eine Einordnung in eine bestimmte Sprachfamilie entfällt, ebenso der Nachweis über eine eventuell genetische Verwandtschaft der Sprachen untereinander. Ob es eine Verwandtschaft zu den australischen Sprachen gab, wird ebenfalls anhand der Aufzeichnungen wohl nie vollständig geklärt werden können. Weiterlesen

Was die etruskische Sprache mit einer Mumie zu tun hat

Wie wir wissen, sind nicht alle Sprachen erhalten geblieben. Vor allem zahlreiche Sprachen, die im Mittelmeerraum verbreitet waren, sind inzwischen ausgestorben. Zu ihnen zählen zum Beispiel das Ligurische, das Venetische sowie das Etruskische. Letztere ist fast ausschließlich durch Inschriften überliefert. Die etruskische Sprache wurde zwischen dem 9. Jahrhundert vor Christus und dem 1. Jahrhundert nach Christis von den Etruskern verwendet. Sie wurde in der antiken Landschaft Etrurien gesprochen, die in Mittelitalien zu finden war. Zur Landschaft Etrurien wurde der nördliche Teil des heutigen Latium, Teile Umbriens und sowie die Toskana gezählt. Weiterlesen

Keltische Spuren im Vereinigten Königreich

Catherine Zeta-Jones (* 1969) spricht es neben Englisch fließend, Richard Burton (1925−1984) war ebenfalls Muttersprachler. Gemeint ist Walisisch, das Teil der keltischen Sprachen ist. Es wird wie das Kornische, das Bretonische sowie das ausgestorbene Kumbrisch zur britannischen Untergruppe gezählt. Das Walisische, das von den meisten Muttersprachlern als Cymraeg oder Cambrian bezeichnet wird, weist von allen keltischen Sprachen die meisten Muttersprachler auf. In Wales wird es seit dem Jahr 2010 neben Englisch als offizielle Amtssprache geführt. Dennoch wird es nur von rund 562.000 Menschen gesprochen. In walisischen Schulen ist es Unterrichtssprache, die Schüler müssen es als erste Sprache oder Fremdsprache erlernen. Weiterlesen

Wie Wulfila mit Gotisch eine neue Schriftsprache erfand

Einen besonderen Stellenwert innerhalb der germanischen Sprachentwicklung nimmt das Gotische ein, denn hierbei handelt es sich um die einzige ostgermanische Sprache, die überliefert ist. Weitere ostgermanische Sprachen sind vermutlich Burgundisch, Vandalisch sowie Krimgotisch. Die ostgermanischen Sprachen weisen im Gegensatz zu den nord- und westgermanischen Sprachen im Bereich Nominativ/maskulin/Singular die Endung -s auf. Zugleich gilt die gotische Sprache als die älteste literarisch überlieferte germanische Schriftsprache. Gesprochen wurde Gotisch von den germanischen Goten. Weiterlesen

Jiddisch – eine Sprache erobert New York

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© privat

Wenn Sie als Deutscher durch New York schlendern, werden Sie zu Ihrer Verwunderung schnell feststellen, dass Sie kein Englisch können müssen, um einige Werbebotschaften, Firmennamen sowie Ausdrücke verstehen zu können, denn der Big Apple ist weltweit die Stadt mit den meisten jüdischen Einwohnern. Zwischen einer und zwei Millionen Juden leben in New York. Jiddisch ist dort dementsprechend weit verbreitet, es wird von zahlreichen Muttersprachlern, meist orthodoxen Juden, weiterhin gesprochen und gelehrt. Gebräuchlich sind in New York z. B. die Begriffe „macher“, „kaput“ oder „haimisch“. Sie haben sich vor Jahren teilweise unbemerkt in den Wortschatz der New Yorker eingeschlichen. Viele von ihnen wissen nämlich nicht, dass diese ihren Ursprung im Jiddischen haben. Weiterlesen

Die Rolle des Biblischen Aramäisch in früherer Zeit

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Anlässlich der bevorstehenden Osterfeiertage laufen in den nächsten Tagen wieder zahlreiche Bibel- und Monumentalfilme im Fernsehen. Eine kleine Besonderheit bietet der Film „Die Passion Christi“ (2004) von Mel Gibson, denn dieser wurde in aramäischer, lateinischer und hebräischer Sprache gedreht. Aramäisch wird in verschiedene Kategorien unterteilt. Von großer Bedeutung ist das Biblische Aramäisch, das zur Kategorie Mittelaramäisch gezählt wird. Mittelaramäisch entstand ungefähr um 2000 v. Chr. Weiterlesen

Das Sumerische ist der Rentner unter den Sprachen

Die älteste Sprache, für die eine Schrift erfunden wurde, ist nicht etwa das Altgriechische oder das Chinesische, wie man vielleicht vermuten mag, sondern die sumerische Sprache. Die Schrift soll um 3200 v. Chr. entstanden sein. Hierauf schließen Funde in Uruk, dem heutigen Warka. Die Stadt liegt rund 20 km östlich des Euphrats in irakischem Gebiet. Die Sprache ist bereits seit Langem ausgestorben, sie wurde bis ungefähr 1700 v. Chr. in Südmesopotamien als Alltagssprache gesprochen. Als Wissenschafts-, Religions-und Literatursprache hielt sich das Sumerische in Mesopotamien noch bis zum 1. Jh. v. Chr. Weiterlesen

Althochdeutsch − Die Sprache unserer Vorfahren

dat gafregin ih mit firahim /
firiuuizzo meista  ∙ dat ero ni /
uuas ∙ noh ufhimil ∙ noh paum /
noh perig noh uuas ∙ni […] noh heinig/
noh sunna ni scein ∙ noh mano/
ni liuhta ∙ noh der mareo seo

Was wie eine sinnlose Aneinanderreihung von Buchstaben oder wie ein Auszug aus einem lateinischen Text anmutet, ist der Beginn des Wessobrunner Gebets, eines der ältesten Zeugnisse des Althochdeutschen. Bei dem Gebet handelt es sich um das älteste christliche Gedicht der deutschsprachigen Literatur, das erhalten ist. Es wird in der Bayerischen Staatsbibliothek München aufbewahrt. Es ist Teil einer Pergament-Sammelhandschrift, die 814 erstellt wurde und dessen Inhalt in Latein niedergeschrieben wurde. Das Wessobrunner Gebet ist der einzige Text, der auf Althochdeutsch verfasst wurde. Er muss vor 814 entstanden sein. Der Verfasser sowie der Entstehungsort sind unbekannt. Weiterlesen

Ein kleiner Ausflug ins Mittelhochdeutsche

Uns ist in alten mæren / wunders vil geseit
von helden lobebæren  / von grôzer arebeit,
von vreude und hôchgezîten / von weinen und von klagen,
von küener recken strîten / muget ir nu wunder hœren sagen.

Na, hätten Sie den kleinen Auszug aus dem „Nibelungenlied“ spontan übersetzen können? Haben Sie den genaueren Sinn verstanden und könnten die Sätze fehlerfrei wiedergeben? Mittelhochdeutsch ist zwar die Sprache unserer Vorfahren, doch ein Großteil der Wörter und Begriffe sind uns nicht mehr bekannt. Einige Wörter können wir aber immer noch ableiten, da sie sich meist nur in der Schreibweise verändert haben. Weiterlesen

Fast in Vergessenheit geraten – wie das Gälische eine Renaissance erlebte

© Man77/wikipedia/cc-by 3.0

Vereinzelt gibt es sie noch in Irland, Menschen, die Gälisch sprechen. Inzwischen sind es sogar nicht nur ältere Bürger, die des Gälischen mächtig sind. Auch jüngere Einwohner bemühen sich, das Erbe ihrer Kultur wieder aufleben zu lassen. Besonders in den Regionen, die sich im Westen und Osten Irlands befinden wie z. B. Cork und Kerry, wird das Gälische auch heute noch hochgehalten und dem Englischen vorgezogen. Gaeltacht heißen diese Orte, in denen Gälisch die führende Sprache ist. Englisch ist hier häufig zur Zweitsprache verkommen. Weiterlesen

Latein – eine tote Sprache und doch irgendwie lebendig

© Stefan Bauer, www.ferras.at /wikipedia/cc-by-sa 2.5

Können Sie sich auch noch daran erinnern, wie Sie früher in der Schule die verschiedenen Konjugations- und Deklinationsformen lateinischer Verben und Nomen auswendig lernen mussten? Dann ist Ihnen bestimmt auch noch folgende Konjugationsreihe bekannt, die einem auch nach all den Jahren nicht mehr aus dem Gedächtnis gehen will: laudo, laudas, laudat, laudamus, laudatis, laudant. Als Schüler hat man sich häufig gefragt, wofür es gut sein soll, eine Sprache zu lernen, die nicht mehr gesprochen wird. Und doch hat es viele Vorteile ein wenig Latein zu beherrschen – nicht nur, wenn man Medizin oder Jura studieren möchte. Weiterlesen