Bringt die Expo in Kasachstan eine Reform mit sich?

Die kasachische Sprache befindet sich seit Jahren im Umbruch − zumindest was die Schriftsprache angeht. Derzeit wird das kyrillische Alphabet verwendet, das ein wenig abgewandelt wurde. Es weist im Vergleich zum russischen kyrillischen Alphabet neun zusätzliche Buchstaben auf. Diese sollen bestimmte, in Kasachstan übliche Laute wiedergeben. Anfang der 1990er-Jahre hatte die Regierung jedoch beschlossen − den Ländern Zentralasiens sowie des Kaukasus folgend, in denen Turksprachen gesprochen werden −, dass das lateinische Alphabet, das auf dem neuen türkischen Alphabet basiert, verwendet werden soll.

In den Folgejahren entwickelte eine kasachisch-kirgisische Kommission ein entsprechendes lateinisches Alphabet, das 1998 der Bevölkerung präsentiert wurde. Doch bis heute wurde es nicht offiziell zur amtlichen Schreibweise deklariert. Dementsprechend ist das kyrillische Alphabet noch häufig im Land anzutreffen. Hierdurch soll auf die in Kasachstan lebende russische Minderheit eingegangen werden. Diese ist vor allem im Norden des Landes sowie in den Städten anzutreffen. Viele von ihnen sprechen Russisch. Seit einigen Jahren bieten unter anderem die kasachische Nachrichtenagentur sowie die Regierung ihre Internetseiten in beiden Sprachvarianten an.

Zwischenzeitlich hatte die Regierung beschlossen, dass das neue Alphabet im Jahr 2025 eingeführt werden soll. Doch der im Dezember 2012 gefasste Beschluss scheint nicht mehr aktuell zu sein. Bereits zwei Monate später wurde verkündet, dass geplant wird, dass das lateinische Alphabet bereits 2015 verbreitet werden soll. Als Grund wurde die 2017 anstehende Weltausstellung (Expo) genannt.