Bei Dichtern äußerst beliebt: Persisch

Dass Persisch, das auch unter dem Begriff Farsi geläufig ist, im Mittelalter zu den bedeutendsten Gelehrten- und Literatursprachen gezählt wurde, ist den meisten Menschen nicht bewusst. Zu den wichtigsten Dichtern zählen u.a.Nezāmi (um 1141−1205), Firdausi (940/941−1020) und Omar Khayyām (1048−1131). Firdausi verfasste mit „Schāhnāme“ das Nationalepos der persischen Sprache schlechthin. Es umfasst ca. 60.000 Verse und gilt weltweit als das größte Epos, das von einem einzelnen Dichter geschrieben wurde.

Firdausi soll für die Anfertigung des Werks, das auch als „Königsbuch“ bekannt ist, rund 35 Jahre benötigt haben. In dem Heldenepos beschreibt er die Geschichte Persiens und seiner Bewohner, bevor das Gebiet von den Arabern erobert wurde. Auch heute noch hat das Werk großen Einfluss auf das moderne Persisch: Nur wer „Schāhnāme“ ausgiebig studiert hat, ist in der Lage, die persische Hochsprache ausreichend zu beherrschen.

Heute ist die neupersische Sprache aktuell, die über einem längeren Zeitraum den Status einer Lingua franca des Orients innehatte. Bei der Entwicklung des Persischen scheinen die ostiranischen Sprachen Sogdisch und Baktrisch eine wichtige Rolle gespielt zu haben. Zahlreiche Lehnwörter aus diesen beiden Sprachen lassen sich im Persischen ausmachen. Im Gegensatz zu der Vorgängersprache, dem Mittelpersisch, weist das Neupersisch eine regelmäßigere Grammatik sowie ein vereinfachtes Lautsystem auf. Neupersisch, das in arabischer Schrift niedergeschrieben wird, ist heute im Iran, in Afghanistan sowie in Tadschikistan Amtssprache. Gegenüber dem arabischen Alphabet weist das persische Alphabet vier zusätzliche Buchstaben auf.