Auch in Deutschland wird Dänisch gesprochen

Wie vielleicht wenigen Menschen bekannt sein wird, wird auch in der Bundesrepublik von einer kleinen, offiziell anerkannten Minderheit Dänisch gesprochen. Rund ein Fünftel der Bewohner Südschleswigs, dem deutschen Teil Schleswigs, verständigt sich auf Dänisch. Noch einmal doppelte so viele Personen sind dänische Muttersprachler. Südschleswig stand bis 1864 unter dänischer Verwaltung. Der heute gültige Grenzverlauf Nordschleswig kam zu Dänemark, Südschleswig zu Deutschland wurde im Jahr 1920 per Volksentscheid bestimmt.

Die dänische Sprache, die von rund 5 Millionen Muttersprachlern auf der Welt gesprochen wird, ist in Schleswig-Holstein weit verbreitet. In vielen Orten in Schleswig wird Dänisch an deutschen sowie dänischen Schulen unterrichtet. Sie ist an den 48 Privatschulen im Landkreis offizielle Unterrichtssprache. Auch Theateraufführungen oder Konzerte werden häufig in Dänisch aufgeführt. Meist geschieht dies auf Geheiß des Vereins Sydslesvigsk Forening, der die dänische Minderheit in Schleswig vertritt.

Auch im Alltag gewinnt die dänische Sprache in Schleswig-Holstein immer mehr an Bedeutung. So erhielten vor einiger Zeit einige Hinweisschilder in Flensburg, das auf Dänisch übrigens Flensborg heißt, einen dänischen Untertitel. Von einigen Einwohnern wird hier auch noch ein dänischer Dialekt gesprochen, der als Sønderjysk, teilweise auch als Plattdänisch bezeichnet wird. Fast ausgestorben ist hingegen in Flensburg die Mischsprache Petuh. Diese setzt sich aus Teilen des Niederdeutschen, des Sønderjysk, des Dänischen und des Hochdeutschen zusammen. Das Hochdeutsche liefert die Wörter, das Niederdeutsche sowie das Dänische bestimmen den Satzbau und die Grammatik.