Aserbaidschanisch wird gerne mit Türkisch gleichgesetzt

Eine enge Verwandtschaft mit dem Türkischen weist die aserbaidschanische Sprache auf. Sie werden beide zu den Turksprachen gezählt. Aserbaidschanisch wird auch als Aserbaidschan-Türkisch bezeichnet. Daher fällt es Türkisch sprechenden Menschen oft nicht schwer, sich mit Aserbaidschanern zu verständigen. In der Hauptstadt Baku wird im Alltag sowie als Verkehrssprache zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen trotzdem häufig Russisch gesprochen. Doch die ehemalige Vormachtstellung des Russischen verliert seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion im Jahr 1991 immer mehr an Bedeutung.

Im Land des Feuers sind rund 8 Millionen Muttersprachler auszumachen. Darüber hinaus finden sich im Iran, in Russland, in der Türkei sowie in den USA weitere Muttersprachler. Ihre Gesamtzahl liegt bei etwa 30 Millionen Menschen. Im Laufe der Zeit haben sich zwei verschiedene Sprachgruppen entwickelt. Während das Nordaserbaidschanische als Grundlage für die offizielle Amtssprache des Landes dient, wird das Südaserbaidschanische im Iran als Minderheitensprache verwendet. Südaserbaidschanisch weist zahlreiche Einflüsse des Persischen auf. Beide Sprachgruppen lassen sich in unzählige Dialekte gliedern.

Zu Beginn wurde für das Aserbaidschanische, das sich im 11. Jahrhundert im Einklang mit dem Osmanischen entwickelte, auf das persisch-arabische Alphabet zurückgegriffen. 1923 wurde auf einem Turkologen-Kongress in Baku das Einheitliche türkische Alphabet vorgestellt, das fortan übernommen wurde. Im Jahr 1940 erfolgte durch die Einführung des Russischunterrichts eine erneute Umstellung, das kyrillische Alphabet war fortan maßgebend. Seit 2001 wurde die kyrillische Schrift für den amtlichen Schriftverkehr endgültig abgeschafft. Das lateinische Alphabet ist seit 1991 verbindlich.