Warum Rumänen Italienisch verstehen

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Da Rumänien aufgrund seiner geografischen Lage in der Regel zu Osteuropa gezählt wird, ahnen viele Leute nicht, dass die rumänische Sprache nicht Teil der slawischen Sprachgruppe ist, zu der u. a. Russisch und Polnisch zählen, sondern dem romanischen Zweig entstammt. Weltweit sprechen mehr als 30 Millionen Menschen Rumänisch. Es ist nicht nur offizielle Amtssprache in Rumänien, sondern auch in der Republik Moldau. Dort wird Rumänisch auch als Moldauisch bezeichnet. Darüber hinaus wird die Sprache ebenfalls von einer Minderheit in Bulgarien und Serbien gesprochen. Auch in der Ukraine und Ungarn finden sich zahlreiche Männer und Frauen, die rumänische Muttersprachler sind. In den beiden Ländern wurde es wie auch in Serbien daher als eine Minderheitensprache anerkannt.

Da eine enge Verwandtschaft zu den romanischen Sprachen besteht, können rumänische Muttersprachler, wie es auch unsere Übersetzer sind, häufig einfache italienische Texte lesen und verstehen. Umgekehrt funktioniert die Übersetzung jedoch meistens nicht ohne Probleme, denn ein Zehntel des rumänischen Wortschatzes besteht aus Begriffen, die dem Slawischen entlehnt wurden. Auch die Lautsprache ist eine andere. Die rumänische Schriftsprache kannte zunächst nur das kyrillische Alphabet, bevor dieses 1860 durch die lateinische Variante ersetzt wurde.

Geschichtlich hat sich die rumänische Sprache vor allem aus dem Lateinischen entwickelt. Die ursprüngliche Dialektform wurde besonders in den beiden römischen Provinzen Dakien und Moesien gesprochen. Diese befanden sich nördlich und südlich der Donau. Vermutlich durch den engen Kontakt zu den benachbarten römischen Siedlungen entwickelte sich die rumänische Sprache weiter, auch nachdem die römische Herrschaft nördlich der Donau im Jahr 271 n. Chr. ein Ende fand. Angeblich soll der erste überlieferte rumänische Satz „Torna, Torna, Fratre“ lauten, der 587 während der Balkanfeldzüge des Maurikios fiel.