Neu auf dem Lehrplan: Bulgarisch

Seit dem 01. Januar 2014 dürfen Bulgaren neben Rumänen uneingeschränkt auf dem deutschen Arbeitsmarkt tätig werden. Grund genug, um die Sprache unser möglichen neuen Arbeitskollegen ein wenig unter die Lupe zu nehmen. Bulgarisch wird zu den südslawischen Sprachen gezählt und ist eng verwandt mit dem Serbischen und Kroatischen. Wie im Russischen werden kyrillische Schriftzeichen verwendet. Bei den insgesamt 30 verschiedenen Schriftzeichen handelt es sich um die bulgarische Variante der kyrillischen Schrift. Vor der Rechtschreibreform im Jahr 1945 wies das Alphabet zwei weitere Buchstaben auf, die inzwischen jedoch endgültig abgeschafft wurden. Bulgarisch ist eine der ältesten slawischen Sprachen, die schriftlich dokumentiert ist.

Die bulgarische Sprache nimmt eine Sonderstellung unter den slawischen Sprachen ein: Sie ist neben dem Mazedonischen die einzige Sprache, die Artikel kennt. Diese werden an das Nomen angehängt, stehen also nicht vor dem Wort. Das Bulgarische weist zudem mehr Zeitformen auf als das Deutsche. Viele Bulgaren nutzen zum Beispiel die Zeitform Aorist, die punktuelle Vorgänge in der Vergangenheit beschreibt. Soll ein Satz, der in der Zeitform Aorist verfasst wurde, ins Deutsche übersetzt werden, wird dieser häufig im Perfekt wiedergegeben. Auch das Türkische kennt die für unsere Ohren recht ungewöhnliche Zeitform.

Fragesätze, die entweder mit ja oder nein beantwortet werden können, werden im Bulgarischen in der Regel mit dem Partikel nu gebildete. Der Partikel wird häufig hinter dem Verb platziert. Zudem können so bestimmte Teile der Frage, die einem wichtig erscheinen, betont werden. Innerhalb der bulgarischen Sprache wird nur recht selten zwischen den einzelnen Fällen unterschieden. Der Kasus fällt fast vollständig weg.