Griechisch – eine Sprache mit Vergangenheit

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Griechisch gehört zu einer der ältesten Sprachen, die durchgehend schriftlich überliefert ist und die auch heute noch gesprochen wird. Einzig die chinesische und die aramäische Sprache können in diesem Punkt mithalten. Vermutlich wurde bereits ca. 2000 v. Chr. auf dem Balkan Urgriechisch, eine Vorform des Mykenischen, von indogermanischen Gruppierungen gesprochen. Hiervon gehen zumindest Sprachwissenschaftler aus. Die Gruppen sollen infolge mehrerer Wanderungsschübe später in das heutige Griechenland ausgewandert sein. Das Mykenische Griechisch ist die erste Form, die auch schriftlich belegt ist. Die schriftlichen Überlieferungen sind vor allem auf Tontafeln zu finden, die aus den Palastarchiven von Knossos stammen.

Am bekanntesten ist neben dem Neugriechischen, das seit Beginn des 16. Jahrhunderts Standardsprache ist (einige Forscher datieren den Beginn alternativ auch auf das 11. oder das 17. Jahrhundert), das Altgriechische. Noch heute wird es an einigen Hochschulen gelehrt und ist Voraussetzung für bestimmte Studienfächer. Das Altgriechische war zwischen 800 und 300 v. Chr. im Mittelmeerraum stark verbreitet. Zahlreiche Dichter und Philosophen verfassten ihre Werke im attischen Dialekt, der die Grundlage des klassischen Altgriechisch bildete. Zu den bekanntesten Vertretern zählen Platon, Aristoteles und Sophokles. Auch große Teile des Neuen Testamentes wurden auf Altgriechisch verfasst.

Im Jahr 1830 wurde das Neugriechische offiziell zur Amtssprache des neuen Staates erhoben. Zu diesem Zeitpunkt herrschten mit der Dimotiki und der Katharevousa zwei Sprachformen im Land vor. Hinter der Dimotiki verbirgt sich die traditionell vom Volk gesprochene Variante, die Katharevousa war eine Kunstsprache, die sich an dem antiken attischen Dialekt anlehnte. Sie sollte als eine Art Bildungssprache verstanden werden. 1976 wurde verlor sie jedoch ihren Status als Amtssprache und ist seitdem u. a. nur noch in Kirchendokumenten zu finden.