Wie das Babylonische wohl geklungen haben mag?

Babylon_Ruins_MarinesAls eine der wichtigsten Städte des Altertums, genauer gesagt zwischen 1800 vor und 100 nach Christus, galt Babylon, die ehemalige Hauptstadt Babyloniens. Inzwischen können nach ausgiebigen Grabungsarbeiten zahlreiche Ruinen der im heutigen Irak gelegenen Stadt, unter anderem der Löwe von Babylon, der aus einem Basaltblock gehauen wurde, bestaunt und besichtigt werden. Auch die Erneuerung des Babylonischen, dem wichtigsten Dialekt des Akkadischen, der im Süden Mesopotamiens gesprochen wurde, wird inzwischen von einigen Gelehrten forciert. Weiterlesen

Bo: Welche Folgen Modernisierungen haben können

Während die Sprache Manx, die auf der Insel Isle of Man verwendet wird, nach dem Tod des Fischers Ned Maddrell (um 1877−1974) wiederbelebt werden konnte, scheint es für die Sprache Bo aktuell keine Rettung zu geben. Die früher einzig auf den indischen Andamanen-Inseln verbreitete Sprache gilt seit dem Tod der letzten Sprecherin, Boa Sr, im Jahr 2010 inzwischen als ausgesprochen. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte die Bo-Sprache auf eine rund 65.000-jährige Tradition zurückblicken. Sie war bis zum Tod von Boa Sr die Ausdrucksform eine der ältesten Kulturen überhaupt. Weiterlesen

Tuareg überrascht mit einer ungewöhnlichen Leseweise

Nicht immer gelingt es, eine Sprache in das lateinische Alphabet zu übertragen. So wird für die Verschriftlichung des Tuaregs weiterhin die als altertümlich geltende Tifinagh-Schrift verwendet. Zwar sollte das Tuareg, das vom gleichnamigen afrikanischen Berbervolk gesprochen wird, Anfang des 20. Jahrhunderts in die lateinische Schrift überführt werden, doch es blieb bei dem Versuch. Einzig im wissenschaftlichen Rahmen wird auf das lateinische Alphabet zurückgegriffen. Die Tifinagh-Schrift hat ihren Ursprung in der lybischen Schrift, die wiederum allem Anschein auf dem phönizischen Alphabet fußt. Sie soll dem Glauben nach von einem Helden mit dem Namen Amamellen oder Aniguran erfunden worden sein. Weiterlesen

Wie der Lakotasprache eine kleine Sensation gelang

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Viele Regisseur versuchen ihre Filme so realitätsnah wie möglich zu gestalten. So ist zum Beispiel in dem Streifen „Der mit dem Wolf tanzt“ (1990) von und mit Kevin Costner (* 1955) die Lakotasprache zu hören. Im Western kommt der Nordstaatenoffizier First Lieutenant John Dunbar in Berührung mit dem indigenem Volksstamm der Lakota, die heutzutage vor allem in North und South Dakota anzutreffen sind. Die Sprache Lakota findet vor allem in den Indianerreservaten in South Dakota Verwendung. Auch in Kanada wird es − wenn auch nur in einem einzigen Reservat − gesprochen. Weiterlesen

Erfolgreiche Wiederbelebung der Sprache Manx

Wie ein kleiner Star oder ein Exot muss sich der Fischer Ned Maddrell (um 1877−1974) seinerzeit teilweise vorgekommen sein, denn er war bis zu seinem Tod im Jahr 1974 die letzte Person, die seit ihrer Kindheit der Sprache Manx mächtig war. Manx wurde ursprünglich auf der Insel Isle of Man gesprochen, bevor Englisch allgegenwärtig wurde. Doch Manx ist glücklicherweise nicht verloren gegangen. Inzwischen wird es nach erfolgreichen Wiederbelebungsversuchen an einigen Schulen unterrichtet. Dank einiger Hörproben von Maddrell konnte die Aussprache der einzelnen Wörter für die Nachwelt bewahrt werden. Ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung verfügt aktuell über geringe Kenntnisse hinsichtlich der Sprache. Weiterlesen

Die armenische Sprache stiftet Identitäten

Vor einigen Wochen erfuhr Armenien für einen Augenblick weltweite Aufmerksamkeit. Grund hierfür war der 100. Jahrestag des Völkermordes im Jahr 1915 und die kontroverse Debatte seitens der Türkei über die genauen Vorfälle. Die Sprache des im Kaukasus gelegenen Binnenstaates erfährt trotz ihrer kulturellen Bedeutung im Ausland hingegen kaum Beachtung. Dabei ist sie es, die die Armenier, die heutzutage in alle Länder der Welt verstreut sind, vereint. Zahlreiche Muttersprachler − ihre Zahl wird auf ca. 9 Millionen Menschen geschätzt − pflegen die armenische Sprache. So ist die Zukunft des Armenischen gesichert, auch wenn nur rund ein Drittel der Armenier in Armenien lebt. Weiterlesen

Mauritius − ein Staat ohne offizielle Sprache

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Der südwestlich im Indischen Ozean gelegene Inselstaat Mauritius ist eines der wenigen Gebiete, die rechtlich betrachtet keine Amtssprache besitzen. In der Praxis gelten Englisch sowie Französisch, das vor allem im Parlament sowie in den Massenmedien gegenwärtig ist, als Amtssprache. Im Alltag ist jedoch eine andere Sprache geläufig: Morisyen. Die zu den Kreolsprachen zählende Sprache wird von rund Dreiviertel der Einwohner als Muttersprache gesprochen. Da Morisyen von derart vielen Menschen verwendet wird, wird aktuell überlegt, diese offiziell zur Amtssprache zu erheben. Weiterlesen

Dank Seychellenkreol sprachlich vereint

Auf den Seychellen findet sich ein großer Mix an verschiedenen Nationalitäten und Bevölkerungsschichten. Auf dem Inselstaat im Indischen Ozean leben unter anderem Nachkommen von Siedlern, die aus unterschiedlichen Kolonialgebieten eingewandert sind, sowie von afrikanischen Sklaven, aber auch Bewohner, die ursprünglich aus Indien, China und verschiedenen Ländern Europas stammen. Neben den Amtssprachen Französisch und Englisch dient den Einwohnern das Seychellenkreol, das auch als Seselwa bekannt ist, als gemeinsame Sprache. Bei Seychellenkreol handelt es sich um eine Variante der Kreolsprachen. Weiterlesen

Guaraní wird auch in Deutschland gesprochen

800px-Asuncion_RegierungspalastWer in Südamerika unterwegs ist, muss oft nur Spanisch, Portugiesisch oder Englisch beherrschen, um sich mit den Einheimischen verständigen zu können. Doch hin und wieder begegnet man in einzelnen südamerikanischen Ländern Sprachen, die wir noch nie zu Ohren bekommen haben. So zum Beispiel Guaraní. Die Sprache, die Teil der Sprachfamilie Tupí-Guaraní-Sprachen ist, wird in Paraguay, im Südwesten Brasiliens, teilweise in Bolivien sowie im Nordosten Argentiniens gesprochen. Ihre Sprecherzahl bewegt sich zwischen 4 und 5 Millionen Menschen. Auch wir beherrschen unbewusst einige Wörter, die aus dem Guaraní stammen oder ihnen in vielen Punkten ähneln. Hierzu zählen zum Beispiel die Begriffe Ananas, Piranha, Maracuja und Jaguar. Weiterlesen

Gotländisch wehrt sich erfolgreich

Zahlreiche Dialekte auf der Welt sind vom Aussterben bedroht, da die Standardsprachen des Landes häufig dominieren und den Dialekt verdrängen. Nicht anders ergeht es Gotländisch, das auf der schwedischen Insel Gotland gesprochen wird. Gotländisch ist ein Überbegriff für verschiedene, eng miteinander verwandte Dialekte. Er wird sowohl für die traditionelle Mundart als auch die regionale Standardsprache verwendet. Oft wird auch die Bezeichnung Gutamål genutzt. Hiervon grenzt sich das Altgutnische ab, das auf der Insel während der Zeit der Wikinger gesprochen wurde. Das Altgutnische findet sich in Runenschriften, die zwischen 900 und dem 16. Jahrhundert entstanden sind. Bei der „Gutasaga“ handelt es sich um die bekannteste Aufzeichnung dieser Art. Weiterlesen

Vietnamesisch − ein Mix aus Ost und West

Denken wir an asiatische Länder wie China oder Japan, haben wir auch gleich kunstvolle Schriftzeichen im Kopf. Doch in Vietnam ist alles anders. Hier wird zur Verschriftlichung der vietnamesischen Sprache die Schrift Chữ Quốc Ngữ herangezogen, die auf dem lateinischen Alphabet basiert. Das Alphabet wurde um Zusatzzeichen erweitert, die für sechs verschiedene Töne stehen. Der aus Frankreich stammende Jesuit Alexandre de Rhodes hatte die vietnamesische Schrift im Jahre 1651 entwickelt. Es dauerte jedoch bis zum Jahre 1914, ehe Chữ Quốc Ngữ als offizielle Schrift Anwendung fand. Weiterlesen

Färöisch im Kampf mit Dänisch

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Der gut ausgeprägten Literaturlandschaft hat das Färöische es zu verdanken, dass es nicht von der zweiten Amtssprache, dem Dänischen, verschluckt wurde, obwohl es lange Zeit danach aussah. Die Färöer, die aus insgesamt 18 Inseln bestehen, gelten als parlamentarische Monarchie mit Selbstverwaltung, also als gleichberechtigte Nation innerhalb des dänischen Königreichs. Die Inselbewohner sehen sich größtenteils nicht als Dänen und versuchen aus diesem Grund ihre eigene Sprache zu erhalten. Weiterlesen

Tasmanien muss ohne eigene Sprache auskommen

Heutzutage wird in Tasmanien Englisch gesprochen. Doch dies war nicht immer so. Früher waren hier verschiedene tasmanische Sprachen zu hören. Es sollen rund zehn unterschiedliche Sprachen gewesen sein. Nur wenige Aufzeichnungen geben Aufschluss über die jeweiligen Sprache. Oft sind nur Wortlisten vorhanden, der Nachweis der Sprachen ist lückenhaft. Aus diesem Grund können kaum treffende Aussagen über die tasmanischen Sprachen sowie die Grammatikregeln gemacht werden. Eine Einordnung in eine bestimmte Sprachfamilie entfällt, ebenso der Nachweis über eine eventuell genetische Verwandtschaft der Sprachen untereinander. Ob es eine Verwandtschaft zu den australischen Sprachen gab, wird ebenfalls anhand der Aufzeichnungen wohl nie vollständig geklärt werden können. Weiterlesen

Aserbaidschanisch wird gerne mit Türkisch gleichgesetzt

Eine enge Verwandtschaft mit dem Türkischen weist die aserbaidschanische Sprache auf. Sie werden beide zu den Turksprachen gezählt. Aserbaidschanisch wird auch als Aserbaidschan-Türkisch bezeichnet. Daher fällt es Türkisch sprechenden Menschen oft nicht schwer, sich mit Aserbaidschanern zu verständigen. In der Hauptstadt Baku wird im Alltag sowie als Verkehrssprache zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen trotzdem häufig Russisch gesprochen. Doch die ehemalige Vormachtstellung des Russischen verliert seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion im Jahr 1991 immer mehr an Bedeutung. Weiterlesen

Lëtzebuergesch wird oft nur im Alltag gesprochen

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Wenn wir in unseren Nachbarstaat Luxemburg reisen, werden wir für gewöhnlich auf Französisch oder Deutsch − zwei der insgesamt drei offiziellen Amtssprachen des Großherzogtums − begrüßt. Die dritte Amtssprache, Luxemburgisch, die auch als Lëtzebuergesch bezeichnet wird, bekommen Touristen hingegen nur selten zu hören. Dabei wird die moselfränkische Sprachvarietät des Westmitteldeutschen von rund 70 Prozent der Einwohner als Muttersprache gesprochen. Das seit 1984 mit dem Status einer National- und mündlichen Amtssprache versehene Luxemburgisch weist zahlreiche Lehnwörter aus dem Französischen auf. Es ist umstritten, ob es sich bei der luxemburgischen Sprache um eine eigenständige Sprache handelt. Weiterlesen

Weißrussisch kämpft seit Jahren gegen die Unterdrückung

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Dass Sprachen ein Ausdruck von Freiheit und Unabhängigkeit sein können, beweist das Weißrussische, das teilweise auch als Belarussisch bezeichnet wird. Lange Zeit, vor allem unter der Herrschaft Stalins sowie während der Zugehörigkeit zur Sowjetunion, wurde die Sprache unterdrückt. Auch heute noch wird das Weißrussische − obwohl es rund 300.000 Muttersprachler aufweist − hauptsächlich von Intellektuellen verwendet. Vor allem Schriftsteller, Musiker, Künstler, aber auch Wissenschaftler, die teilweise dem linken Spektrum zuzuordnen sind, bedienen sich der Sprache, um ihren Untergang zu verhindern. Der Großteil der weißrussischen Bevölkerung spricht Russisch, ein Teil von ihnen eine Mischsprache aus Russisch und Weißrussisch. Weiterlesen

Bringt die Expo in Kasachstan eine Reform mit sich?

Die kasachische Sprache befindet sich seit Jahren im Umbruch − zumindest was die Schriftsprache angeht. Derzeit wird das kyrillische Alphabet verwendet, das ein wenig abgewandelt wurde. Es weist im Vergleich zum russischen kyrillischen Alphabet neun zusätzliche Buchstaben auf. Diese sollen bestimmte, in Kasachstan übliche Laute wiedergeben. Anfang der 1990er-Jahre hatte die Regierung jedoch beschlossen − den Ländern Zentralasiens sowie des Kaukasus folgend, in denen Turksprachen gesprochen werden −, dass das lateinische Alphabet, das auf dem neuen türkischen Alphabet basiert, verwendet werden soll. Weiterlesen

Wer wird gewinnen? Spanisch oder Katalanisch?

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Viele von uns gehen automatisch davon aus, dass auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera ausschließlich Spanisch gesprochen wird. Auf den Balearen sowie der dazugehörigen Inselgruppe Pityusen ist jedoch Katalanisch ebenfalls stark verbreitet. Wie das Spanische wird die katalanische Sprache zu den romanischen Sprachen gezählt. Auch in Katalonien, Valencia sowie in einzelnen Regionen Aragons ist Katalonisch als regionale Amtssprache angesehen. Doch seit einigen Jahren ist ein leichter Rückgang der Sprache zu verzeichnen. Um einen engeren Kontakt mit den Bürgern zu pflegen, verzichtet zum Beispiel das Rathaus von Mallorca auf die Verwendung des Katalanischen. Stattdessen wird auf die spanische Sprache zurückgegriffen. Weiterlesen

Slowakisch ist nicht gleich Tschechisch!

Die slowakische Sprache wird gerne in einem Atemzug mit der tschechischen Sprache genannt, da die Slowakei und Tschechien über 70 Jahre den Binnenstadt Tschechoslowakei bildeten. Dementsprechend können sich die beiden Bevölkerungsgruppen trotz unterschiedlicher Sprachen relativ gut miteinander verständigen. Sogar Fernsehprogramme werden in der anderen Landessprache meist ohne Übersetzung ausgestrahlt. Offizielle Dokumente, die entweder auf Tschechisch oder Slowakisch verfasst wurden, werden in der Regel problemlos in Tschechien oder der Slowakei anerkannt. Zudem ist es gesetzlich geregelt, dass jeder die jeweils andere Sprache im Amtsverkehr nutzen darf. Seit einigen Jahren fällt es jedoch besonders der nachkommenden tschechischen Generationen aufgrund der inzwischen über 20-jährigen Trennung immer schwerer, die slowakische Sprache zu verstehen. Weiterlesen

In Äthiopien sind gute Umgangsformen gefragt

Äthiopier setzen großen Wert auf eine angemessene Begrüßung. In rascher Reihenfolge sprechen sie auf Amharisch, der offiziellen Amtssprache, bestimmte Begrüßungsformeln aus. Mitunter kann es vorkommen, dass sie diese mehrfach wiederholen. Erst anschließend wird das eigentliche Gespräch aufgenommen oder das Anliegen vorgetragen. Die Begrüßungsformeln können an die verschiedenen Tageszeiten angepasst werden. In Äthiopien leben ca. 20 Millionen Muttersprachler, gleich vierfach so viele Menschen wenden Amharisch, das zugleich auch Handels- und Arbeitssprache des Landes ist, als Zwei- oder Drittsprache an. Weiterlesen

Slowenisch weist zahlreiche Bezüge zu Kärnten auf

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Wer hätte gedacht, dass das Slowenische hinsichtlich der Aussprache eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Deutschen aufweist? So werden die slowenischen Vokale a, i und u sowie ein Großteil der slowenischen Konsonanten wie die entsprechenden deutschen Vokale und Konsonanten ausgesprochen. Die Ähnlichkeit kommt jedoch nicht von ungefähr, schließlich handelt es sich bei Slowenisch um eine indogermanische Sprache. Die Entstehung der slowenischen Sprache wird im slawischen Fürstentum Karantanien vermutet. Dieses lag im heutigen Gebiet Kärnten. Auch in der Mark Krain, die dem Herzogtum Kärnten vorgelagert war, war die slowenische Sprache weit verbreitet. Weiterlesen

Wie Plattdeutsch nach Bolivien und Kanada kam

Eine Vielzahl an Sprachen ist uns unbekannt, obwohl sie Teil der germanischen Sprachenfamilie sind. Plautdietsch ist nur eine von ihnen. Dass diese Sprachen uns relativ fremd erscheinen, liegt vermutlich daran, dass Plautdietsch, obwohl es eine niederpreußische Varietät des Ostniederdeutschen („Plattdeutsch“) ist, von Russlandmennoniten überwiegend in Lateinamerika und der Karibik (u. a. Bolivien, Mexiko, Argentinien und Uruguay), in Kanada, den USA sowie in Russland gesprochen wird. In Nordamerika ist Plautdietsch unter dem Begriff Mennonite Low German bekannt. Weiterlesen

Bangladesch hat seiner Sprache viel zu verdanken

Die bengalische Sprache hat auf die Entwicklung des Landes Bangladesch enormen Einfluss genommen. Dank der gemeinsamen Sprache formte sich im 20. Jahrhundert ein immer stärkeres nationales Bewusstsein und trieb den Unabhängigkeitskampf voran. Am 26. März 1971 wurde die Unabhängigkeit Bangladeschs von Pakistan verkündet. Heute wird die Sprache, die allgemein als östlichste der indo-germanischen Sprachen gilt, von rund 215 Millionen Menschen gesprochen. Davon verteilen sich 140 Millionen auf den Staat Bangladesch, die restlichen Muttersprachler leben in Indien. Nach Hindi ist Bengalisch die am meisten verbreitete Sprache in Indien. Amtssprache ist sie jedoch nur in den beiden Bundesstaaten Westbengalen und Tripura. Weiterlesen

Bosnisch bangt um seine Eigenständigkeit

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© Julian Nitzsche/wikipedia/cc-by sa 3.0

Aufgrund ihrer Ähnlichkeit in puncto Grammatik, Wortschatz und Rechtschreibung sind die slawischen Sprachen Bosnisch, Serbisch und Kroatisch für Außenstehende nur schwer voneinander zu unterscheiden. Alle drei Sprachen fußen auf einem štokavischen Dialekt. Dank der sprachlichen Gemeinsamkeiten sind die zahlreichen bosnischen Muttersprachler – ihre Zahl wird auf rund 2,5 Millionen Menschen geschätzt − in der Lage, Serbisch und Kroatisch ohne große Probleme zu verstehen. Doch die große Ähnlichkeit der Sprachen untereinander führt oft dazu, dass die bosnische Sprache von einigen Wissenschaftlern nicht als eigenständige Sprache, sondern als eine nationale Varietät der serbokroatischen Sprache angesehen wird. Dieser Umstand führt oft auch zu politischen Diskussionen. Weiterlesen

Hausa − die Sprache des Handels

Afrika und nicht wie vielleicht vermutet Asien stellt den sprachenreichsten Kontinent der Welt. Zwischen 1500 und 2000 verschiedene Sprachen sind bisher bekannt. In Nigeria sollen zum Beispiel rund 510 unterschiedliche Sprachen gesprochen werden, in Kamerun sind es immerhin noch 279 Sprachen. Ein Großteil der afrikanischen Einwohner spricht gleich mehrere Sprachen. In vielen afrikanischen Ländern hat Mehrsprachigkeit eine lange Tradition. Doch die Sprachenvielfalt nimmt Jahr für Jahr ab. In den vergangenen 100 Jahren sind etwa 100 namentlich bekannte Sprachen ausgestorben. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 90 Prozent der aktuell verwendeten Sprachen vom Aussterben bedroht sind und sie nach dem Ende des 21. Jahrhunderts der Vergangenheit angehören. Weiterlesen

Georgische Wörter = Kleine Zungenbrecher

Im Vergleich zu anderen Sprachen tanzt das Georgische, das zu den südkaukasischen Sprachen gezählt wird, ziemlich aus der Reihe – zumindest was den Bereich Lautlehre angeht. Das Alphabet, das 33 Buchstaben umfasst und das unter dem Namen Mchedruli bekannt ist, besteht phonologisch betrachtet nicht nur aus Vokalen und Konsonanten, sondern weißt auch Ejektive auf. Hierbei handelt sich um Konsonanten, die gebildet werden, indem oberhalb der Glottis (Stimmritze) ein Verschluss gebildet wird. Parallel wird der Kehlkopf rasch nach oben bewegt, während die Glottis geschlossen bleibt. Auf diese Weise entsteht ein Überdruck, der den Verschluss aufsprengt. Weiterlesen

Kiritimati macht den Anfang

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Als erste Nation überhaupt werden die Bewohner des Atolls Kiritimati, der zum Inselstaat Kiribati im Pazifik gezählt wird, das neue Jahr begrüßen, denn hier verläuft die Datumsgrenze. Kiritimati ist auch als Christmas Island oder Weihnachtsinsel bekannt, da es sich beim Wort Kiritimati um die kiribatische Schreibung des Begriffs Christmas handelt. Ganze 13 Stunden bevor wir mit buntem Silvesterfeuerwerk das neue Jahr einläuten, wird dort bereits kräftig gefeiert. Ihre Neujahrsgrüße werden sich die Bewohner in den Amtssprachen Kiribatisch oder Englisch zurufen. Weiterlesen

Frohe Weihnachten!

Mit Blick auf morgen möchten wir uns diesem besonderen Tag linguistisch nähern. Die genaue Herkunft des Wortes Weihnachten ist nicht zweifelsfrei geklärt, da mehrere Theorien bestehen. Als einer der ältesten Belege für das Wort gilt die Textstelle „Minnesangs Frühling VII. IV; 1.1.-4“, die vom bayerischen Minnesänger Herger im Jahr 1190 verfasst wurde. Dort heißt es in der zweiten Zeile: „der ze wîhen naht geborn wart.“ 1838 begannen die Gebrüder Grimm mit der Erstellung des „Deutschen Wörterbuchs“. Das aufwendige Werk, das der deutschen Sprache auf den Grund geht, wurde erst 1961 fertiggestellt. Auch hier wird die Formulierung wîhe naht als ursprüngliche Bezeichnung angegeben, die damals als Übertragung des lateinischen Begriffes nox sancta (dt. heilige, geweihte Nacht) verstanden wurde. Weiterlesen

Nichts kann der litauischen Sprache anhaben

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Sprecheranzahl von rund 3,2 Millionen über die Grenzen Litauens stark verbreitet. So leben zum Beispiel in Irland vermutlich inzwischen 120.000 Litauer. Auch im nördlichen Teil Ostpreußens, das zeitweilig als Kleinlitauen bekannt war, wurde bis 1945 Litauisch gesprochen. In Polen gehört die zur Familie der indogermanischen Sprachen zählende Sprache zu den anerkannten Minderheitensprachen. Sie ist zugleich die älteste indoeuropäische Sprache, die heute noch verwendet wird. Die Wörter werden so gesprochen, wie sie auch geschrieben werden. Weiterlesen

Was die etruskische Sprache mit einer Mumie zu tun hat

Wie wir wissen, sind nicht alle Sprachen erhalten geblieben. Vor allem zahlreiche Sprachen, die im Mittelmeerraum verbreitet waren, sind inzwischen ausgestorben. Zu ihnen zählen zum Beispiel das Ligurische, das Venetische sowie das Etruskische. Letztere ist fast ausschließlich durch Inschriften überliefert. Die etruskische Sprache wurde zwischen dem 9. Jahrhundert vor Christus und dem 1. Jahrhundert nach Christis von den Etruskern verwendet. Sie wurde in der antiken Landschaft Etrurien gesprochen, die in Mittelitalien zu finden war. Zur Landschaft Etrurien wurde der nördliche Teil des heutigen Latium, Teile Umbriens und sowie die Toskana gezählt. Weiterlesen

Die albanische Sprache entwickelt sich stetig weiter

Ein Großteil der in Europa gesprochenen Sprachen lässt sich den germanischen, slawischen oder romanischen Sprachen zuordnen. Die albanische Sprache, die in Albanien sowie im Kosovo Amtssprache ist, stellt hingegen eine Ausnahme dar. Sie wird innerhalb der indoeuropäischen Sprachenfamilie als selbstständige Sprache geführt. Dies hat sie mit dem Griechischen gemeinsam. Das Albanische geht wohlmöglich auf die Sprache der Illyrer zurück. Da es von den einzelnen Stämmen, die in der Zeit der Antike auf der nordwestlichen und westlichen Balkaninsel sowie an der Adriaküste beheimatet waren, keine Schriftstücke erhalten sind, kann dies nicht zweifelsfrei belegt werden. Weiterlesen

In Taiwan ist alles anders

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Mandarin ist auf der Welt weit verbreitet. So wird es unter anderem auch auf der demokratischen Insel Taiwan gesprochen, wo es ebenfalls als offizielle Landessprache geführt wird. Jedoch unterscheiden sich die Schriftzeichen größtenteils voneinander, denn in Taiwan werden oft noch traditionelle, komplexe Zeichen (Han-Zeichen) verwendet. Diese sind in China, wo in den 1950er-Jahren zahlreiche Schriftzeichen vereinfacht wurden, meist nur noch in altchinesischen Texten zu finden. Auch hinsichtlich der Aussprache sowie der Grammatik sind Abweichungen zu verzeichnen. Weiterlesen

Quechua − Sprache oder Sprachfamilie?

Die spanische Sprache ist in Lateinamerika weit verbreitet, doch in vielen Ländern ist sie nicht die einzige Amtssprache. In Bolivien zum Beispiel ist Quechua ebenfalls weit verbreitet und gilt dort als Amtssprache. Auch in Peru zählt sie zu den Amtssprachen, jedoch nur in den Orten, wo sie vorherrscht. Derzeit soll es rund 7-10 Millionen Sprecher geben. Da nicht von allen Staaten, in denen Quechua gesprochen wird, Erhebungen vorliegen, schwankt die Zahl der geschätzten Sprecher stark. Dennoch rangiert die Sprache in Lateinamerika hinter Spanisch und Portugiesisch an dritter Stelle. Weiterlesen

Vom Aussterben der deutschen Dialekte

Wie viele Bewohner andere Staaten kennen auch wir Deutschen verschiedene Dialekte. Mitunter fällt es uns schwer, die einzelnen Dialekte zu verstehen, besonders dann, wenn wir nicht aus der entsprechenden Region stammen. Ein Großteil der historischen Kernsprachen ist jedoch vom Aussterben bedroht. So äußerte zum Beispiel der Bayrische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) vor Kurzem die Angst, dass die Mundart demnächst von der Bildfläche verschwinden könnte. Als Gegenmaßnahme fordert der Verband, unterstützt vom „Förderverein Bairische Sprache und Dialekte“, dass der Dialekt vermehrt an Schulen unterrichtet werden müsse. Im Jahr 2009 hatte die UNESCO das Bayrische bereits in ihren „Weltatlas zu bedrohten Sprachen“ aufgenommen. Weiterlesen

Englische Verhältnisse in Hongkong

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Im Gegensatz zu Bewohnern zahlreicherer anderer asiatischer Städte wissen sich viele Einwohner Hongkongs auf Englisch zu verständigen. Dies hängt damit zusammen, dass Hongkong zwischen 1841 und 1997 durch das Vereinigte Königreich besetzt war. Im Jahr 1843 war die heutige Sonderverwaltungszone zur britischen Kronkolonie erklärt worden. Im Laufe der Zeit ist die Varietät Hongkong Englisch entstanden. Von 1883 bis 1974 war Englisch sogar die einzige Amtssprache in der Metropole. Als Folge mehrere Proteste wurde das Chinesische ebenfalls zur Amtssprache erhoben. Weiterlesen

Haben Sie eine Idee, womit sich die Bohemistik befasst?

Die Bohemistik untersucht die tschechische Literatur sowie Sprache, die früher auch als böhmische Sprache bezeichnet wurde. Diese ist Teil der indogermanischen Sprachfamilie. Tschechisch wird nicht nur in Tschechien, sondern auch in Österreich, der Slowakei sowie in Rumänien gesprochen. Die Zahl der Muttersprachler beläuft sich auf rund 12 Millionen Menschen. Bei den ältesten erhaltenen Schriftstücken, die auf Alttschechisch verfasst wurden, handelt es sich hauptsächlich um religiöse Lieder und Glossen. Sie stammen überwiegend aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Weiterlesen

Was die baskische Sprache so einzigartig macht

Einen Sonderstatus innerhalb der europäischen Sprachen nimmt das Baskische ein, das von seinen rund 800.000 Sprechern als Euskara bezeichnet wird: Hierbei handelt es sich um eine isolierte Sprache. Dies bedeutet, dass das Baskische keine genetischen Verwandtschaftsverhältnisse mit einer anderen bekannten Sprache aufweist. Alle anderen Sprachen, die in Europa gesprochen werden, können in die vier vorherrschenden Sprachfamilien (semitische Sprache, indogermanische Sprachen, Turksprachen und uralische Sprachen) eingeordnet werden. Zugleich ist sie die einzige nichtindogermanische Sprache, die in Westeuropa verwendet wird. Weiterlesen

Die Maa-Sprache setzt auf ungewöhnliche Betonungen

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Viele von Ihnen haben sicherlich das Buch „Die weiße Massai“ von Corinne Hofmann (*1960) gelesen. In diesem erzählt die Schweizerin von ihrem zeitweiligen Leben an der Seite eines Samburukriegers. Dass das Volk Samburu wie auch die Volksgruppe Massai in Kenia leben, ist den meisten Menschen dank des erfolgreichen Lebensberichts bekannt. In welcher Sprache sie sich unterhalten, ist jedoch nur wenigen Personen im Gedächtnis geblieben. Beide Volksgruppen nutzen die Sprache Maa als Verständigungsmittel. Maa wird nicht nur in Kenia, sondern auch in Tansania gesprochen. Es wird zu den Nilo-saharanischen Sprachen gezählt. Weiterlesen

Warum das Bretonische vom Aussterben bedroht ist

Letzte Woche haben wir die keltische Sprache Walisisch vorgestellt, die eine Sonderfunktion in diesem Bereich einnimmt: Sie weist von allen keltischen Sprachen die meisten Muttersprachler auf. Doch auch das Bretonische, das ebenfalls Teil der britannischen Untergruppe ist, nimmt eine Sonderstellung ein. Es auf dem europäischen Festland die einzige moderne keltische Sprache. Da sich jedoch die Zahl der Sprecher stets verringert, wird das Bretonische inzwischen zu den ernsthaft gefährdeten Sprachen gezählt. Die Sprache droht auszusterben. Derzeit sollen laut Schätzungen rund 250.000 Menschen der Sprache mächtig sein. Ein Großteil der Sprecher ist jedoch über 60 Jahre alt. Weiterlesen

Keltische Spuren im Vereinigten Königreich

Catherine Zeta-Jones (* 1969) spricht es neben Englisch fließend, Richard Burton (1925−1984) war ebenfalls Muttersprachler. Gemeint ist Walisisch, das Teil der keltischen Sprachen ist. Es wird wie das Kornische, das Bretonische sowie das ausgestorbene Kumbrisch zur britannischen Untergruppe gezählt. Das Walisische, das von den meisten Muttersprachlern als Cymraeg oder Cambrian bezeichnet wird, weist von allen keltischen Sprachen die meisten Muttersprachler auf. In Wales wird es seit dem Jahr 2010 neben Englisch als offizielle Amtssprache geführt. Dennoch wird es nur von rund 562.000 Menschen gesprochen. In walisischen Schulen ist es Unterrichtssprache, die Schüler müssen es als erste Sprache oder Fremdsprache erlernen. Weiterlesen

Filipino, die Sprache der Masse

Vor dem kalten und tristen Regenwetter in Deutschland flüchten sich derzeit viele in sonnigere Gefilde. Die Philippinen stehen hoch im Kurs. Um sich mit den Einheimischen verständigen zu können, sollten Sie ein wenig Filipino beherrschen, das als Amts- und Nationalsprache des weltweit fünftgrößten Inselstaates gilt. Es hat sich aus der Sprache Tagalog entwickelt. Tagalog war am 13. November 1937 vom Surian ng Wikang Pambansa, dem Institut für die Nationalsprache, zur Nationalsprache erhoben worden. Doch es kam zu Unstimmigkeiten, zahlreiche Einwohner bevorzugten andere Regionalsprachen. So entstand die Sprache Filipino, die 1961 Nationalsprache wurde. Weiterlesen

Wird sich Lettisch je als Hauptsprache durchsetzen?

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Nicht nur in Belgien sind die dort vorherrschenden Sprachen immer wieder ein Streitthema, auch in Lettland wird darüber diskutiert, ob Lettisch zur Hauptsprache erhoben werden soll oder nicht. Während ein Großteil der lettischen Einwohner, die rund 62 % der Gesamtbevölkerung ausmachen, sich für die lettische Sprache ausspricht, versucht die russische Minderheit, deren Bevölkerungsanteil bei fast 27 % liegt, dies zu verhindern. Sie fühlen sich diskriminiert, da in der 10.-12. Klasse einer russischen Schule mindestens 60 % des Unterrichts in Lettisch durchgeführt werden muss. Weiterlesen

Wie Wulfila mit Gotisch eine neue Schriftsprache erfand

Einen besonderen Stellenwert innerhalb der germanischen Sprachentwicklung nimmt das Gotische ein, denn hierbei handelt es sich um die einzige ostgermanische Sprache, die überliefert ist. Weitere ostgermanische Sprachen sind vermutlich Burgundisch, Vandalisch sowie Krimgotisch. Die ostgermanischen Sprachen weisen im Gegensatz zu den nord- und westgermanischen Sprachen im Bereich Nominativ/maskulin/Singular die Endung -s auf. Zugleich gilt die gotische Sprache als die älteste literarisch überlieferte germanische Schriftsprache. Gesprochen wurde Gotisch von den germanischen Goten. Weiterlesen

Grönländisch: Mit einem Wort alles gesagt

Es hat lange gedauert, bis Grönländisch, die Sprache der Inuit, als Landessprache offiziell eingeführt wurde. Dies geschah erst im Jahr 2009. Doch das ist nicht das einzig Besondere an der grönländischen Sprache: Mitunter kann ein vollständiger Satz aus nur einem Wort bestehen. Solch eine ungewöhnliche Konstruktion ist es deshalb möglich, da das Grönländische Teil des eskimoischen Sprachstammes ist. In diesem Fall wird das Wort durch einen Stamm gebildet. Es werden ein oder auch gleich mehrere Anhänge sowie eine Endung verwendet. Aus diesem Grund besteht die Möglichkeit, dass das Wort relativ lang werden kann, inhaltlich aber einen kompletten Satz wiedergibt. Weiterlesen

Suaheli – von Bäumen und Insekten

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Wenn sich so mancher von seinem Gegenüber nicht richtig verstanden fühlt, fällt häufig unbedacht der etwas flapsige Satz „Spreche ich Suaheli oder was?“. In der Tat ist Suaheli vor allem aufgrund der recht komplexen Grammatik nicht einfach zu vermitteln und zu verstehen. Suaheli, das auch unter den Namen Swahili und Kisuaheli bekannt ist, wird vor allem als Verkehrssprache in Ostafrika gesprochen. Die Bantusprache, die meist gesprochene ihrer Art, ist die Muttersprache der Swahiligesellschaft. Mehr als 80 Millionen Sprecher sind weltweit zu verzeichnen. Der Anteil der Muttersprachler fällt mit 5-10 Millionen Sprecher relativ gering aus. Weiterlesen

Auch Klingonen haben ein Wörterbuch…

Heute verlassen wir die Welt der natürlichen Sprachen und widmen uns verschiedenen fiktiven Sprachen, die wie auch die Plan-, Sonder- und Spielsprachen als konstruierte Sprachen bezeichnet werden. Bereits Charlie Chaplin (1889−1977) griff für seinen Film „Der große Diktator“ (1940) auf eine erdachte Sprache zurück. Adenoid Hynkel wendet sich auf Tomanisch an seine Gefolgsleute. Die Sprache beinhaltet Anleihen aus dem Englisch und Deutschen, ist jedoch als Ganzes nicht verständlich. Vor allem das Kunstwort Schtonk bleibt nach Ende der Rede im Gedächtnis haften. Weiterlesen

Welche Sprache verbirgt sich hinter dem Begriff Lallans?

In Schottland wird nicht nur Schottisches Englisch gesprochen, das sich vor allem hinsichtlich der Aussprache vom Standardenglisch unterscheidet, die Einheimischen haben sich ihre ganz eigene Sprache bewahrt. Schottisch, das als Lowland Scots oder Lallans bezeichnet wird, ist dort ebenfalls weit verbreitet. Rund ein Drittel der Schotten ist der Sprache mächtig. Der schottisch-englische Dialekt ist wie auch das Englische als Amtssprache anerkannt. Er wird mit Blick auf die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen in die Kategorie „Regionalsprache“ eingeordnet. Weiterlesen

Sprachenstreit in Belgien

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Während in vielen Ländern bereits früh Einigkeit darüber bestand, welche Sprache als Amtssprache geführt wird, herrschte in Belgien lange Zeit der sogenannte Sprachenstreit. Auch heute noch kommt es regelmäßig zu politischen Auseinandersetzungen, wenn das sensible Thema angesprochen wird. Offiziell werden Französisch, Niederländisch sowie Deutsch als Landessprachen geführt. Jeder Bürger hat die freie Wahl, in welcher Sprache er sich verständigen möchte, doch beim öffentlichen Dienst, u. a. Verwaltungen und Gerichte, sieht es anders aus. Verschiedene Regeln schreiben vor, welche Sprache innerhalb und zwischen den Diensten sowie gegenüber den belgischen Einwohnern verwendet werden muss. Weiterlesen

Bei Dichtern äußerst beliebt: Persisch

Dass Persisch, das auch unter dem Begriff Farsi geläufig ist, im Mittelalter zu den bedeutendsten Gelehrten- und Literatursprachen gezählt wurde, ist den meisten Menschen nicht bewusst. Zu den wichtigsten Dichtern zählen u.a.Nezāmi (um 1141−1205), Firdausi (940/941−1020) und Omar Khayyām (1048−1131). Firdausi verfasste mit „Schāhnāme“ das Nationalepos der persischen Sprache schlechthin. Es umfasst ca. 60.000 Verse und gilt weltweit als das größte Epos, das von einem einzelnen Dichter geschrieben wurde. Weiterlesen

Wie die mazedonische Sprache eigenständig wurde

800px-Vardarriver-skopjeDas Mazedonische hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. In Bulgarien zum Beispiel wurden die einzelnen Dialekte aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit dem Bulgarischen lange Zeit als bulgarische und nicht als mazedonische Dialekte klassifiziert. Zahlreiche Bulgaren setzen heute immer noch das Bulgarische − die mazedonischen Dialekte miteingerechnet − mit dem Ostsüdslawischen gleich. Im Rahmen der Linguistik werden die mazedonische Sprache sowie das Bulgarische jedoch als jeweils eigenständige Sprachen gelistet. Sie werden der östlichen Gruppe der südslawischen Sprachen zugeordnet. Heute sprechen rund 2 Millionen Menschen Mazedonisch als Muttersprache, ein Großteil der Muttersprachler lebt in Mazedonien. Weiterlesen

1 Jahr linguaviva-Sprachenblog!

Heute sind wir in doppelter Feierlaune: Wir freuen uns nicht nur darüber, dass die deutsche Nationalmannschaft mit dem Weltmeisterpokal nach Deutschland zurückgekehrt, ist, wir feiern gleichzeitig Bloggeburtstag. Vor genau einem Jahr haben wir unseren Sprachenblog ins Leben gerufen und stellen seitdem wöchentlich eine neue Sprache vor. Diesen besonderen Tag haben wir zum Anlass genommen, um uns heute einmal unserer eigenen Sprache, dem Deutschen zu widmen. Sie rangiert auf Platz zehn der am häufigsten gesprochenen Sprachen weltweit, zugleich ist sie die meistgesprochene Muttersprache in der Europäischen Union. Insgesamt sind rund 6.500-7.000 verschiedene Sprachen zu verzeichnen, die weltweit gesprochen werden, in Europa allein sind es etwa 150 Sprachen. Mit 832 Sprachen hat Papua-Neuguinea die größte Sprachenvielfalt zu bieten. Weiterlesen

Der schwere Stand der hawaiianischen Sprache

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Während Englisch die am weitesten verbreitete Sprache ist und sich Hochchinesisch als meistgesprochene Sprache der Welt großer Beliebtheit erfreut, ist die hawaiianische Sprache vom Aussterben bedroht. Auf den einzelnen Hawaii-Inseln wird die Sprache der polynesischen Ureinwohner seit Jahren vom Englischen verdrängt. Um die Sprache zu erhalten, wurden unter anderem hawaiianischsprachige Schulen errichtet und die hawaiianische Sprache im Jahr 1978 zur Amtssprache erhoben. Vor allem auf der Insel Ni’ihau, auf der weniger als 200 Menschen leben wird die hawaiianische Sprache gepflegt. Die Insel befindet sich in Privatbesitz und ist daher für Touristen kaum zugänglich. Ni’ihau darf nur mit einer speziellen Genehmigung betreten werden. Die Besitzer sind bestrebt, die traditionelle hawaiianische Lebensweise, inklusive der Sprache, zu erhalten. Weiterlesen

Maltesisch und seine Sonderstellung in der Welt

Trotz der Nähe zu Italien gilt im Zwergenstaat Malta nicht die italienische Sprache, die bis zum Jahr 1934 Gerichts- und Verwaltungssprache war und die noch heute von vielen Einwohnern beherrscht wird, als Amtssprache, sondern Englisch. Dies liegt daran, dass der südeuropäische Inselstaat bis zum 21. September 1964 britische Kolonie war. Die Malteser haben sich trotz der vorherrschenden Sprache der Kolonialmacht, die von einem Großteil der Bevölkerung gesprochen wird, über all die Jahre ihre eigene Sprache bewahrt. Das Maltesisch ist heute ebenfalls Amtssprache. Weiterlesen

Haben Roma eine gemeinsame Sprache?

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Obwohl die Roma über zahlreiche Länder verstreut sind – ein Großteil der europäischen Roma lebt in Rumänien und Bulgarien −, können sie eine gemeinsame Sprache aufweisen: Romani. Diese wird auch von den Sinti gesprochen. Sie unterscheidet sich jedoch von Region zu Region. In einigen Teilen Mazedoniens sowie im Kosovo ist Romani offizielle Amtssprache, in Deutschland, Österreich, Schweden, Finnland, Norwegen, Slowenien, Ungarn und Rumänien ist es eine anerkannte Minderheitensprache. Weiterlesen

Deutschland vs. Ghana − Welche Sprache spricht eigentlich unser Gegner?

Nach dem souveränen und für den ein oder anderen überraschenden 4:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Portugal, müssen Jogis Jungs am Samstag gegen Ghana beweisen, dass sie ihre gute Anfangsform halten können. In diesem Zusammenhang stellt sich unter anderem auch die Frage, in welcher Sprache sich die Spieler Ghanas untereinander verständigen werden. Wird es auf Englisch sein, der offiziellen Amtssprache des Landes, oder wird eine der zahlreichen anderen Sprachen dafür herangezogen? Weiterlesen

Utopie oder Zukunft: Sich mittels Esperanto weltweit verständigen

Haben Sie im Urlaub oder auf einer Dienstreise zufällig schon einmal jemanden Esperanto sprechen hören? Leider lässt sich die Sprache nicht auf ein bestimmtes Land reduzieren, in dem Sie das Glück haben könnten, auf einen Esperantosprecher zu treffen, denn bei Esperanto handelt es sich nicht um eine natürlich entstandene Sprache, sondern um eine Plansprache, die weltweit gesprochen wird. Der russische Philologe und Augenarzt Ludwik Lejzer Zamenhof (1859−1917) entwickelte die Grundlagen der Sprache, die auch heute noch Verwendung finden, und veröffentlichte diese im Jahr 1887. Er verfolgte das Ziel, mittels der gemeinsamen Sprache eine grenzübergreifende Verständigung zu ermöglichen. Weiterlesen

Jiddisch – eine Sprache erobert New York

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Wenn Sie als Deutscher durch New York schlendern, werden Sie zu Ihrer Verwunderung schnell feststellen, dass Sie kein Englisch können müssen, um einige Werbebotschaften, Firmennamen sowie Ausdrücke verstehen zu können, denn der Big Apple ist weltweit die Stadt mit den meisten jüdischen Einwohnern. Zwischen einer und zwei Millionen Juden leben in New York. Jiddisch ist dort dementsprechend weit verbreitet, es wird von zahlreichen Muttersprachlern, meist orthodoxen Juden, weiterhin gesprochen und gelehrt. Gebräuchlich sind in New York z. B. die Begriffe „macher“, „kaput“ oder „haimisch“. Sie haben sich vor Jahren teilweise unbemerkt in den Wortschatz der New Yorker eingeschlichen. Viele von ihnen wissen nämlich nicht, dass diese ihren Ursprung im Jiddischen haben. Weiterlesen

Sprachenvielfalt in Südafrika

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Insgesamt elf Amtssprachen werden offiziell in Südafrika geführt. Nur Bolivien und Indien haben mehr Amtssprachen zu verzeichnen. Neben Afrikaans, das von rund sieben Millionen Südafrikanern gesprochen wird, sind in Südafrika verschiedene Bantusprachen stark verbreitet. Am häufigsten − die Zahl der Sprecher im gesamten Verbreitungsgebiet wird auf 75−80 Millionen geschätzt – wird die Bantusprache Swahili, die auch unter dem Namen Suaheli bekannt ist, gesprochen. Als eine Art Verkehrssprache unter den verschiedenen Kulturen gilt das Südafrikanische Englisch, mit dem sich die unterschiedlichen Muttersprachler bei Bedarf untereinander verständigen können. Weiterlesen

In Ungarn sind Runen wieder aktuell

So langsam beginnt wieder die Reisezeit, die Sommerferien rücken näher. Viele zieht es zu den Budapester Bädern, die bereits von den Römern aufgesucht wurden. Damit Sie mit den Einheimischen in Kontakt treten können, sollten Sie unbedingt die ungarische Sprache beherrschen, denn diese ist die einzige Amtssprache im Land. Dies wurde auf der Nationalversammlung, die zwischen 1843 und 1844 abgehalten wurde, offiziell festgelegt. Weiterlesen

So unterschiedlich kann die deutsche Sprache sein

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Am Wochenende hat in Kopenhagen der Travestie-Künstler Tom Neuwirth alias Conchita Wurst mit dem Lied „Rise like Phoenix“ für Österreich den Eurovision Song Contest gewonnen. Hätte er in seiner Landessprache, wie es zwischen 1966 und 1972 sowie zwischen 1977 und 1998 üblich war, singen müssen, so wäre dies bekanntermaßen Deutsch gewesen. Doch das in seiner Heimat angewendete Deutsch unterscheidet sich vielfach von dem in der Bundesrepublik gesprochenem Deutsch. Die Varietät wird auch als Österreichisches Deutsch bezeichnet und wird in Österreich von rund 89 % der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen. Weiterlesen